TSMC hat sich auf den Kauf von Werksanlagen von AUO in Taichung verständigt. Damit steht eine konkrete Investitionsvereinbarung neben unbestätigten Berichten über mögliche Preiserhöhungen beim CoWoS-Packaging. Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Der Anlagenkauf ist bestätigt. Ob TSMC die berichteten höheren Preise tatsächlich durchsetzen will, ist dagegen offen.
Vereinbarung über Anlagen in Taichung
Die am 29. Oktober gemeldete Vereinbarung umfasst die Anlagen des Werks Taichung Phase II sowie zugehörige Infrastruktur. Der Kaufpreis beträgt 38,8 Milliarden NT$ ohne Steuern. Laut AUO gehören Gebäude, Reinräume und unterstützende Ausrüstung zum vereinbarten Verkaufsumfang.
TSMC übernimmt damit nicht lediglich ein Grundstück. Die Vereinbarung bezieht sich ausdrücklich auch auf vorhandene technische Infrastruktur. Für die Bewertung des Vorhabens ist dieser Umfang bedeutsam: Gegenstand des Kaufs sind mehrere Bestandteile einer bestehenden Werksanlage.
Dabei bleibt der Verfahrensstand wichtig. TSMC hat dem Kauf zugestimmt; eine bereits abgeschlossene Übernahme lässt sich daraus nicht ableiten. Die Vereinbarung ist somit ein konkreter Investitionsschritt, aber noch kein Beleg für eine vollzogene Übergabe.
Höhere Packaging-Preise sind nicht bestätigt
Medienberichten vom 27. Oktober zufolge erwog TSMC, die Preise für das fortschrittliche CoWoS-Packaging um 10%–20% anzuheben. Der Bericht berief sich auf Informationen aus der Lieferkette. TSMC hatte die mögliche Preiserhöhung nicht bestätigt.
Die Meldung betrifft damit eine andere Ebene als der Anlagenkauf. Während dort eine Vereinbarung vorliegt, handelt es sich bei den Preisen um eine berichtete Überlegung. Anleger sollten mögliche höhere Erlöse deshalb nicht wie eine bereits beschlossene Preisanpassung behandeln. Auch ein Zusammenhang zwischen beiden Vorgängen ist damit nicht belegt.
Lieferkettenprüfung und nächster Umsatztermin
Parallel prüft TSMC offenbar technische Alternativen in der Fabrikautomation. Reuters berichtete am 22. Oktober, das Unternehmen habe Lieferanten zur Machbarkeit von Motoren ohne seltene Erden befragt. Hintergrund waren Sorgen vor Lieferunterbrechungen.
Die Prüfung befand sich noch in einem frühen Stadium. Eine Anfrage zur Machbarkeit bedeutet weder eine beschlossene Umstellung noch eine bereits erfolgte Änderung der Ausrüstung.
Der nächste konkrete Zahlenanker ist die für den 10. November vorgesehene Veröffentlichung des Oktoberumsatzes. Bis dahin stehen die bestätigte Kaufvereinbarung und die unbestätigten Preispläne für unterschiedliche Gewissheitsgrade: eine vereinbarte Investition auf der einen, eine mögliche geschäftliche Anpassung auf der anderen Seite.
Stand heute, 4. November: TSMC – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in TSMC investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 4. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

