Berichte über rasche Fortschritte des chinesischen Speicherherstellers ChangXin Memory Technologies haben gestern auch TSMC belastet. Medienberichten zufolge überprüften Anleger im Zuge eines regionalen Ausverkaufs bei Chipaktien die Risiken ihrer KI-Investments. Damit trifft eine vorsichtigere Marktstimmung auf kräftiges Umsatzwachstum und höhere Kursziele mehrerer Analystenhäuser.
Chinas Fortschritte verändern die Risikowahrnehmung
Die Berichte über ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT, rückten die Wettbewerbsrisiken im Chipsektor in den Vordergrund. Der Verkaufsdruck erfasste dabei auch TSMC. Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Die Nachricht betraf Fortschritte eines chinesischen Speicherherstellers; die Neubewertung der Risiken griff auf weitere Chipwerte über.
Daraus lässt sich noch keine konkrete Veränderung des Geschäftsverlaufs von TSMC ableiten. Der Zusammenhang liegt zunächst in der Marktreaktion auf mögliche Verschiebungen innerhalb der Branche. Die jüngsten Unternehmenszahlen liefern einen anderen Blickwinkel: Sie dokumentieren weiterhin deutliches Wachstum gegenüber dem Vorjahr.
Septemberumsatz liefert operatives Gegengewicht
TSMC meldete am 8. Oktober für September 2026 einen konsolidierten Umsatz von rund 511,86 Milliarden NT$. Das entsprach einem Zuwachs von 54,6% gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber August sank der Umsatz allerdings um 0,6%.
Die Monatszahlen verbinden damit zwei unterschiedliche Signale. Das Geschäft lag deutlich über dem Vorjahresniveau, während gegenüber dem unmittelbar vorausgegangenen Monat ein leichter Rückgang stand. Die starke Jahresentwicklung bedeutet also nicht, dass der Umsatz auch von Monat zu Monat durchgehend steigt.
Für Januar bis September 2026 bezifferte TSMC den Umsatz auf 3.898,73 Milliarden NT$. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entsprach das einem Plus von 41,1%.
Analysten setzen auf Nachfrage
Auch die jüngsten Analystenaktionen stehen im Kontrast zur vorsichtigeren Marktstimmung. Sie spiegeln positive Erwartungen an TSMC wider, sind aber keine Bestätigung künftiger Geschäftsergebnisse.
Am Montag hob Haas Liu von Bank of America das Kursziel von 590 $ auf 620 $ an und bestätigte die Kaufempfehlung. Als Gründe nannte der Analyst die Nachfrage nach Hochleistungsrechnen und die Produktpipeline bei Mobilprozessoren.
Citi hatte bereits am 7. Oktober ebenfalls ein höheres Kursziel und eine Kaufempfehlung veröffentlicht. Analystin Laura Chen erwartete, dass die Ergebnisse die Unternehmensprognose übertreffen würden. Zusätzlich eröffnete das Haus eine auf positive Kursimpulse ausgerichtete Beobachtungsphase.
Die Erwartungen werden morgen mit der angekündigten Vorlage der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 überprüfbar. Bis dahin stehen sich bei TSMC belastbare Umsatzsteigerungen und eine veränderte Risikowahrnehmung gegenüber. Die Fortschritte von CXMT erklären die jüngste Nervosität, ersetzen aber keine Bewertung der operativen Entwicklung von TSMC.
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