Der weltgrößte Auftragsfertiger bricht mit einer Tradition. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) zahlt seine Ausschüttungen künftig in US-Dollar. Die Entscheidung zielt direkt auf das internationale Publikum ab. An der Börse kommt der strategische Umbau gut an.

Währungsrisiko minimiert

Die Zentralbank von Taiwan machte den Schritt am Donnerstag offiziell. Ab dem dritten Quartal 2026 fließen die Ausschüttungen in amerikanischer Währung. Der Konzern will damit Währungsschwankungen abfedern. Das ergibt Sinn. Schließlich halten ausländische Investoren rund 70 Prozent der TSMC-Anteile.

Die neue Strategie soll die Renditen der Aktionäre stabilisieren. Zuletzt stand der Neue Taiwan-Dollar stark unter Druck. Parallel dazu schloss der Chipfertiger heute die reguläre Auszahlung für das Schlussquartal ab. Für das laufende Geschäftsjahr verspricht das Management eine Gesamtdividende von mindestens 24 Taiwan-Dollar. Das entspricht einem Plus von 33 Prozent.

Analysten ziehen Konsequenzen

An der Börse belohnen Investoren die Marktmacht des Konzerns. Aktuell notiert das Papier bei 387,00 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Kursplus von fast 42 Prozent auf der Anzeigetafel.

Goldman Sachs reagiert nun auf diese rasante Rallye. Die Investmentbank strich TSMC am Donnerstag von ihrer asiatischen Favoritenliste. Die Analysten behalten ihr Kaufvotum bei. Sie sehen in dem Schritt eine reine Normalisierung nach den jüngsten Kursgewinnen. Die fundamentalen Daten bleiben stark.

Andere Beobachter bestätigen diese Stärke. S&P Global hob die Bonitätsnote des Unternehmens auf AA- an. Die Ratingagentur lobte die massive Finanzkraft. Auch das Management zeigt Vertrauen in den eigenen Kurs. Zwei Vizepräsidenten kauften kürzlich frische Firmenanteile über den offenen Markt.

Preismacht treibt Wachstum

Auf dem Weltmarkt diktiert der taiwanische Konzern zunehmend die Bedingungen. Kürzlich erhöhte das Unternehmen die Preise für seine modernsten Chipsätze spürbar. Die Konkurrenz zieht sofort nach. Samsung verlangt für neue Aufträge angeblich bis zu 15 Prozent mehr. Kapazitäten in der Spitzenfertigung bleiben extrem knapp.

Diese Preismacht dürfte die ohnehin hohen Gewinnmargen weiter befeuern. Mitte Juli präsentiert der Vorstand die neuesten Quartalszahlen. Experten erwarten dabei ein kräftiges Umsatzwachstum und eine angehobene Jahresprognose. Das Geld wird dringend benötigt. Für den Ausbau der nächsten Chip-Generation kalkulieren Marktbeobachter im Jahr 2027 mit gigantischen Investitionen von 73 Milliarden US-Dollar.