Starke KI-Nachfrage reicht der TSMC-Aktie nicht mehr als einfache Story. Konzernchef C.C. Wei macht klar: Kunden wollen mehr Chips, als die Lieferkette derzeit entspannt liefern kann. Genau dieser Engpass rückt nun in den Mittelpunkt.
Die Aktie fiel am Donnerstag auf 368,50 Euro und gab 2,77 Prozent nach. Seit Jahresanfang liegt sie dennoch 34,98 Prozent im Plus.
KI-Boom trifft auf reale Grenzen
Auf der Hauptversammlung in Hsinchu sagte Wei, Kunden blieben bei KI-Anwendungen optimistisch. TSMC arbeite daran, nicht selbst zum Flaschenhals der globalen Chipkette zu werden.
Seine Botschaft ist wichtig. Das Problem liegt weniger bei der Nachfrage. Es liegt bei Kapazität, Zulieferern und vorgelagerten Anbietern.
Wei verwies auf die wachsende Nutzung von KI-Modellen in Konsumgütern, Unternehmen und staatlichen Projekten. Das stützt die Nachfrage nach modernen Halbleitern und mehr Rechenleistung.
Für die Bewertung verschiebt sich damit der Blick. Der Markt schaut nicht nur auf Nachfrage, sondern auf die Fähigkeit, Produktion schnell und profitabel hochzufahren.
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High-NA bleibt teuer
Ein heikler Punkt ist die nächste Lithografie-Generation von ASML. Wei sagte, TSMC habe High-NA-EUV-Anlagen gekauft und nutze sie für Forschung und Entwicklung.
In die Serienproduktion zieht die Technik aber noch nicht ein. Der Grund: Die Kosten sind nach Weis Worten noch „etwas hoch“. Eine einzelne Anlage kann bis zu 400 Millionen Dollar kosten.
Das ist kein kleines Detail. TSMCs Wachstum hängt stark an führenden Fertigungsprozessen für KI-Beschleuniger, Hochleistungsrechner und moderne Chipverpackung.
Wenn die nächste Technologiestufe zu teuer ist, leidet die Marge. TSMC will daher erst Kosten senken und Nutzen maximieren. Erst dann soll High-NA in der Produktion zum Standard werden.
Arizona-Ausbau bleibt schwierig
Auch der Ausbau in den USA bleibt ein Balanceakt. TSMC investiert 165 Milliarden Dollar in neue Werke in Arizona. Wei sagte, die beiden Grundstücke dort sollten für die nächsten 10 Jahre reichen.
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Amerikanische Kunden komplett aus US-Produktion zu bedienen, werde jedoch „sehr lange“ dauern. Das frühere Ziel, 30 Prozent der Kapazität für 2-Nanometer und kleinere Prozesse in den USA anzusiedeln, wird schwerer erreichbar.
Wei nannte Genehmigungen im Umweltbereich und fehlende Bauarbeiter als Bremsen. Das zeigt, wie groß der Abstand zwischen politischem Wunsch und industrieller Umsetzung bleibt.
Taiwan bleibt für den Konzern der effizienteste Fertigungsstandort. Dort sitzen die Kernforschung, die stärkste Talentbasis und der größte Produktionsfußabdruck.
Der Kurs liegt 5,39 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch bei 389,50 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht trotzdem ein Plus von 107,72 Prozent.
Neben den strategischen Aussagen standen auch Geschäftsbericht, Gewinnverwendung, Vergütung der Direktoren und eine Anleiheemission auf der Tagesordnung. Das operative Thema dominierte aber klar: TSMC muss die KI-Nachfrage in echte Kapazität übersetzen.
Der nächste Prüfpunkt ist die Umsetzung. TSMC muss neue Kapazitäten ausbauen, High-NA-Kosten drücken und Arizona ohne Margenschäden skalieren. Solange die Nachfrage so stark bleibt, entscheidet vor allem Effizienz über den Wert des KI-Zyklus.
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