Mit einer Tagesveränderung von -3,3% geriet TSMC am Freitag in den Sog des breiten Halbleiter-Ausverkaufs. Auslöser war laut Reuters der schwächer als erwartete Ausblick von Intel. Sorgen um die PC-Nachfrage und die Kosten der KI-Infrastruktur belasteten den Sektor. Für TSMC steht damit die Skepsis gegenüber dem Branchenumfeld im Vordergrund, nicht eine neue negative Unternehmensmeldung.
KI-Ausgaben prägen die Risikobewertung
Der Verkaufsdruck verbindet unterschiedliche Sorgen: Neben der Nachfrage nach PCs beschäftigen Anleger die hohen Investitionen in KI-Infrastruktur und deren mögliche Erträge. Diese Unsicherheit erfasste auch TSMC. Der schwache Intel-Ausblick lieferte dabei den konkreten Anlass für die breitere Verkaufswelle.
Für die Einordnung ist diese Unterscheidung entscheidend. Eine sektorweite Neubewertung sagt etwas über die Risikobereitschaft der Anleger aus. Sie ist aber nicht gleichbedeutend mit einer bestätigten Verschlechterung des Geschäfts bei jedem betroffenen Unternehmen. Bei TSMC stehen den Belastungen aus dem Marktumfeld weiterhin Berichte über Engpässe bei anspruchsvollen Verpackungsverfahren gegenüber.
Mögliche Preisaufschläge bleiben unbestätigt
Medienberichten vom 27. Oktober zufolge erwägt TSMC bei der fortgeschrittenen Chipverpackung CoWoS Preiserhöhungen von bis zu 20%. Als Hintergrund wurde die knappe Kapazität genannt. TSMC hatte den Bericht nicht bestätigt.
Für Anleger liegt darin eine mögliche Gegenposition zur allgemeinen KI-Skepsis: Engpässe könnten Spielraum für höhere Preise eröffnen. Eine beschlossene Preiserhöhung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Ebenso wenig belegt der Bericht bereits zusätzliche Erlöse. Entscheidend bleibt die Trennung zwischen einer diskutierten Maßnahme und einer verbindlichen Unternehmensentscheidung.
Eine bestätigte Vereinbarung gab es dagegen am Donnerstag: TSMC einigte sich mit AUO auf den Kauf der Phase-II-Anlagen in Taichung samt zugehöriger Infrastruktur. Der Preis beträgt NT$38,8 Milliarden ohne Steuern. Nach Angaben von TSMC soll der Standort den Betriebs- und Produktionsbedarf unterstützen.
Lieferketten und Monatsumsatz im Blick
Parallel beschäftigt sich TSMC mit möglichen Risiken für die Fabrikausrüstung. Reuters berichtete am 22. Oktober über Gespräche mit Lieferanten zu Motoren ohne Seltene Erden für die Fabrikautomatisierung. Damit sollte die Abhängigkeit von möglichen chinesischen Exportbeschränkungen begrenzt werden. Die Gespräche befanden sich in einem frühen Stadium; TSMC lehnte eine Stellungnahme ab.
Der nächste angekündigte Termin für konkrete Geschäftsdaten ist der 10. November 2026. Dann soll TSMC den Monatsumsatz für Oktober 2026 veröffentlichen. Diese Veröffentlichung bietet einen unternehmensspezifischen Anhaltspunkt neben der sektorweiten Verunsicherung. Bis dahin sind mögliche CoWoS-Aufschläge eine unbestätigte Option – und der jüngste Kursdruck vor allem im Zusammenhang mit dem schwächeren Branchenumfeld zu beurteilen.
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