Beim Ausbau neuer Produktionskapazitäten in den USA muss TSMC einen Dämpfer bei einer viel beachteten Kooperation hinnehmen. Elon Musk stellte klar, dass Tesla und SpaceX die geplante Terafab-Chipfabrik im texanischen Grimes County selbst errichten und betreiben wollen.

Für den weltgrößten Auftragsfertiger TSMC bleibt damit vorerst keine tragende Betriebsrolle bei dem Vorhaben. Anleger reagierten zurückhaltend: Die TSMC-Aktie verliert heute 1,3 Prozent auf 423,00 Euro.

Keine operative Führungsrolle beim Großprojekt in Texas

Musk wies Berichte über eine Eigentümer- oder Betreiberrolle des taiwanischen Halbleiterkonzerns bei Terafab zurück. Nachdem in der Vorwoche noch Gespräche über eine engere Zusammenarbeit für Gesprächsstoff gesorgt hatten, beschränkte der Unternehmer die Möglichkeiten nun auf eine eventuelle Untervermietung von Teilen des Areals. Das geplante Großprojekt zielt auf gigantische Rechenkapazitäten für humanoide Roboter, Robotaxis sowie xAI ab.

Als technologischer Partner bleibt hingegen Intel an Bord. Intel-Chef Lip-Bu Tan bestätigte gegenüber Bloomberg am heutigen Mittwoch, dass sein Konzern weiterhin am Terafab-Projekt mitarbeitet. Für TSMC relativiert sich damit eine spekulative Wachstumsfantasie im US-Bundesstaat Texas, wo das Unternehmen laut Medienberichten parallel eigene Standortoptionen prüft.

Zuversicht vor den Quartalszahlen überwiegt

Trotz der Klarstellung aus den USA blicken Branchenexperten optimistisch auf die operative Entwicklung des Konzerns. Die US-Bank Citi hob ihr Kursziel für TSMC von 3.800 auf 4.000 Neue Taiwan-Dollar an und bestätigte ihre Kaufempfehlung.

Gleichzeitig startete das Analysehaus eine zeitlich befristete, 90-tägige Beobachtung mit positiver Ausrichtung im Vorfeld des anstehenden Quartalsberichts. Citi-Analyst Atif Malik rechnet damit, dass das Unternehmen die eigenen Zielmarken übertreffen kann.

Zusätzliche Unterstützung erhält die Geschäftsentwicklung durch eine anhaltend hohe Preissetzungsmacht im Hochleistungsrechnen. Branchenberichten zufolge plant TSMC zum Jahreswechsel 2027 Preisanpassungen: Für reife Fertigungsknoten sind Aufschläge von 3 bis 10 Prozent im Gespräch, während fortschrittliche 2-Nanometer-Wafer im ersten Quartal 2027 um 6 bis 8 Prozent teurer werden könnten.

Auch die Gebühren für Advanced-Packaging-Kapazitäten dürften demnach steigen, da die entsprechenden Fertigungslinien bis Mitte 2027 weitgehend ausgebucht sind.

Anleger richten Fokus auf den 15. Oktober

Operativ befindet sich das Unternehmen weiterhin in einer robusten Verfassung. Im zweiten Quartal kletterte der Konzernumsatz auf 40,2 Milliarden US-Dollar, gestützt durch eine Bruttomarge von 67,7 Prozent. Allein auf das Segment High-Performance Computing entfielen zuletzt 66 Prozent der Wafererlöse. Für das dritte Quartal peilt das Management einen Umsatzkorridor von 44,6 bis 45,8 Milliarden US-Dollar an.

Die tatsächliche Dynamik im KI-Segment wird sich am 15. Oktober zeigen, wenn TSMC seinen detaillierten Zwischenbericht vorlegt. Trotz des leichten Rücksetzers notiert das Papier mit einem Abstand von 2,8 Prozent weiterhin in Reichweite seines 52-Wochen-Hochs. Neben den Fortschritten beim 2-Nanometer-Hochlauf dürfte vor allem der Zeitplan für die internationalen Fabrikbauten über die künftige Margenentwicklung entscheiden.