Taiwan Semiconductor Manufacturing hat die Erwartungen mit Rekordgewinn von 16 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal pulverisiert. Der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter lässt die Konkurrenz weit hinter sich – und kündigt eine Investitionsoffensive an, die es in sich hat.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Für 2026 plant TSMC Kapitalausgaben zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem satten Plus von rund 32 Prozent gegenüber dem Mittelwert der für 2025 vorgesehenen Investitionen. Der Chipgigant aus Taiwan setzt damit voll auf KI und hochmoderne Fertigungstechnologien.
Warum gehen die Kurse durch die Decke?
Die Reaktion der Märkte ließ nicht auf sich warten. In Taipeh kletterten die TSMC-Anteile bereits am Freitag nach oben, die US-gelisteten Aktien folgten im nachbörslichen Handel. Noch beeindruckender: Der gesamte Technologiesektor zog mit. Nvidia, Applied Materials und Advanced Micro Devices verzeichneten kräftige Kursgewinne, während auch europäische Partner wie ASM International und ASML profitierten.
Der südkoreanische Kospi-Index durchbrach erstmals die 4.800-Punkte-Marke, angeführt von Samsung Electronics mit einem Kurssprung von 3,5 Prozent. Auch Taiwans Benchmark-Index markierte am Freitag ein neues Rekordhoch. Die Botschaft der Märkte ist eindeutig: TSMC bleibt der unangefochtene Taktgeber im globalen Chip-Geschäft.
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Der strategische Schachzug mit Washington
Doch TSMC plant nicht nur zu Hause groß. Das Unternehmen steht im Zentrum eines bahnbrechenden Handelsabkommens zwischen Taiwan und den USA. Vizepremier Cheng Li-chiun verkündete am Freitag in Washington die Pläne für eine KI-Allianz, die Taiwan als unverzichtbaren strategischen Partner etablieren soll.
Die Zahlen dieser Zusammenarbeit sind gigantisch: Taiwanesische Firmen – allen voran TSMC – wollen 250 Milliarden US-Dollar in die USA pumpen. 100 Milliarden davon hat TSMC bereits für 2025 zugesagt, weitere Investitionen werden folgen. US-Handelsminister Howard Lutnick sprach von der größten Halbleiter-Investition in der Geschichte der Vereinigten Staaten.
Analystenurteil: Volle Fahrt voraus
Bernstein-Analyst David Dai reagierte prompt auf die Ankündigungen und bekräftigte sein „Outperform“-Rating für ASML mit einem Kursziel von 1.300 Euro. Seine Begründung: TSMCs Fokus auf hochentwickelte Logikprozesse – deren Anteil von 70 auf bis zu 80 Prozent steigen soll – treibt die Nachfrage nach modernsten Lithographiesystemen massiv an.
Wells Fargo zog nach und hob das Kursziel für ASML von 1.140 auf 1.450 US-Dollar an. KGI Securities bestätigte ebenfalls die Kaufempfehlung mit einem Ziel von 1.415 US-Dollar. Die Experten sind sich einig: Das Wachstum bei High-End-Chip-Ausrüstung dürfte 2026 rund 30 Prozent erreichen, mit weiterer Beschleunigung in den Jahren 2028 und 2029.
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Die KI-Wette zahlt sich aus
Was treibt diese Euphorie? Die Antwort liegt in der ungebrochenen Nachfrage nach KI-Chips. TSMCs fortschrittlichste Fertigungsknoten N3 und N2 sind genau dort positioniert, wo die Zukunft stattfindet. Der prognostizierte Umsatzzuwachs von etwa 30 Prozent im Jahresvergleich bei einer Investitionsintensität von rund 33 Prozent unterstreicht die aggressive Wachstumsstrategie.
Die erweiterte Produktion hochentwickelter Logikchips erfordert eine massive „Lithographie-Intensität“ – genau das Terrain, auf dem Zulieferer wie ASML brillieren. Analyst Dai erwartet, dass TSMCs Geschäft mit diesen modernsten Prozessen den Umsatz seiner Partner deutlich stärker steigen lässt als vom Markt bislang eingepreist.
Nicht ohne Risiken
Allerdings mahnt Taiwans Wirtschaftsminister Kung Ming-hsin zur Besonnenheit. Die massive Auslandsinvestition bedeute kein „move“, sondern ein „build“ – eine Expansion, keine Verlagerung. Dennoch könnte die Ankündigung, bis 2036 eine Produktionsverteilung von 80/20 zwischen Taiwan und den USA für fortschrittlichste Chips anzustreben, in Taipeh für Diskussionen sorgen. Die Opposition im Parlament warnt bereits vor einer „Aushöhlung“ der heimischen Chip-Industrie.
US-Handelsminister Lutnick stellte zudem klar: Wer nicht in den USA produziert, muss mit Zöllen von bis zu 100 Prozent rechnen. Das Ziel sei es, 40 Prozent der gesamten taiwanesischen Chip-Lieferkette in die USA zu bringen. Ein gewaltiger Umbau der globalen Halbleiterproduktion steht bevor.
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