Der weltgrößte Auftragsfertiger für Chips steht zwischen zwei Fronten: Während Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) rekordverdächtige Finanzdaten vorlegt, bringt ein KI-Chip für einen chinesischen Kunden das Unternehmen erneut ins Visier amerikanischer Exportkontrolleure. Die Frage, wie TSMC seine Dominanz gegen regulatorische Risiken verteidigt, wird zur Belastungsprobe.
KI-Chip aus China im Fokus der Behörden
Ein Halbleiter-Forschungsunternehmen hat einen von TSMC gefertigten Chip für die chinesische Firma Enflame unter die Lupe genommen – und dabei Zweifel geweckt, ob hier gegen US-Exportvorschriften verstoßen wurde. Die Analyse von TechInsights ergab, dass zentrale Komponenten des Enflame S60-Prozessors von TSMC stammen. Das Problem: Der Chip ist leistungsfähig genug, um unter verschärfte US-Exportkontrollen für KI-Hardware zu fallen.
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle wurden US-Behörden über die Ergebnisse informiert. Ein hochrangiger Beamter des Handelsministeriums bestätigte, dass Enflame in den Jahren 2023, 2024 und 2025 keine entsprechende Lizenz erhalten habe.
TSMC reagierte umgehend und wies die Einstufung zurück. Ein Sprecher erklärte, der Chip erfülle aufgrund seiner technischen Merkmale und Anwendungen nicht die Kriterien für einen kontrollierten KI-Chip. TechInsights wiederum betonte, die technische Analyse sei noch nicht abgeschlossen.
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Es ist nicht das erste Mal, dass TSMC unter Beobachtung steht. Reuters berichtete bereits über eine Untersuchung des Handelsministeriums, nachdem TSMC-Chips für die Firma Sophgo in Prozessoren von Huawei aufgetaucht waren – einem Unternehmen, das keine TSMC-gefertigten KI-Chips erhalten darf. Im Raum steht eine mögliche Strafe von über einer Milliarde Dollar.
Finanzielle Stärke ungebrochen
Parallel zu den regulatorischen Turbulenzen legte TSMC Ende Februar sein geprüftes Jahresergebnis 2025 bei der US-Börsenaufsicht SEC vor – mit einer makellosen Prüfungsbescheinigung von Deloitte. Die Zahlen unterstreichen die außergewöhnliche Marktposition: Der Nettoumsatz stieg im Gesamtjahr 2025 um 35,9 Prozent auf 122,4 Milliarden US-Dollar, die Bruttomarge kletterte von 56,1 auf 59,9 Prozent, der Gewinn je Aktie legte um 46,4 Prozent zu.
Auch der Start ins Jahr 2026 verlief stark. Im Januar meldete TSMC einen Umsatz von umgerechnet 12,6 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Massive Investitionen in KI-Kapazitäten
Der Verwaltungsrat hat ehrgeizige Investitionspläne abgesegnet. Rund 45 Milliarden Dollar sollen in neue Fertigungskapazitäten, Packaging-Technologien und Fabrikbauten fließen. Weitere 30 Milliarden Dollar werden in die hundertprozentige Tochter TSMC Global investiert, um Währungsabsicherungskosten zu senken. Für 2026 plant das Unternehmen Investitionsausgaben von bis zu 56 Milliarden Dollar – 40 Prozent mehr als im Vorjahr. CEO C.C. Wei kündigte an, 70 bis 80 Prozent davon in fortschrittliche Prozesstechnologien zu stecken.
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Der Hintergrund: Chips für Hochleistungsrechner sind mittlerweile die Haupteinnahmequelle. Sie machten 2025 bereits 58 Prozent des Umsatzes aus. Das Management rechnet damit, dass der Bereich KI-Beschleuniger zwischen 2024 und 2029 im Schnitt um 50 bis 60 Prozent pro Jahr wachsen wird.
Globale Expansion schreitet voran
TSMC baut seine Produktionsstätten weltweit aus – in den USA, Japan, Taiwan und Europa. Die zweite Fabrik in Arizona wird beschleunigt: Die 3-Nanometer-Fertigung soll nun bereits 2027 starten, ein Jahr früher als ursprünglich geplant. Im dritten Quartal 2025 hielt TSMC laut TrendForce einen Marktanteil von 71 Prozent im globalen Foundry-Geschäft.
Die Dividende für 2026 wurde um 28 Prozent angehoben, für das Gesamtjahr peilt das Management ein Umsatzwachstum von 38 Prozent an. Langfristig strebt TSMC eine Bruttomarge von mindestens 56 Prozent und eine Eigenkapitalrendite im oberen Zwanzigerbereich an.
Regulierung als Unbekannte
Wie die US-Behörden den Enflame-Fall bewerten – und ob daraus eine formelle Untersuchung wird – bleibt abzuwarten. TSMC ist für die globale KI-Lieferkette unverzichtbar, gleichzeitig wächst der politische Druck, die Abhängigkeit von taiwanesischen Chipfabriken zu reduzieren. Die Aktie notiert aktuell bei 317 Euro, rund 3,5 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von Ende Februar. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 16 Prozent.
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