Am Donnerstag legt TSMC seine Quartalszahlen vor, und die Messlatte liegt hoch. Der KI-Boom hat dem Chipauftragsfertiger einen Rekord nach dem anderen beschert. Erwartet wird nun der sechste Quartalsgewinn in Folge auf Rekordniveau.

Der Zeitpunkt ist heikel. Der Sektor steht unter Druck, weil Zweifel an den langfristigen Erträgen der KI-Technologie wachsen. Die TSMC-Aktie verlor zuletzt in einer Woche knapp acht Prozent und schloss in den USA bei 444,35 Dollar. Das liegt rund neun Prozent unter dem Jahreshoch.

Hohe Erwartungen, solide Bilanz

Analysten rechnen für das dritte Quartal mit einem Gewinn je Aktie, der rund 55 Prozent über dem Vorjahr liegt. Beim Umsatz erwarten sie ein Plus von etwa 41 Prozent. Die Konsensschätzungen für den Gewinn sind in den vergangenen 90 Tagen weiter gestiegen, um gut fünf Prozent.

TSMC hat zudem Übung darin, Erwartungen zu schlagen. In den letzten vier Quartalen übertraf der Konzern die Gewinnschätzungen jeweils um 7 bis 13 Prozent. Im Juli lag der Umsatz am oberen Ende der Prognose, die Margen fielen besser aus als gedacht.

Gute Zahlen, schwache Reaktion

Allerdings half das der Aktie zuletzt wenig. Nach den Zahlen zum zweiten Quartal gab sie um gut fünf Prozent nach, obwohl TSMC die Erwartungen übertroffen hatte. Der Sektor war zuvor in diesem Jahr um fast 70 Prozent gestiegen. Investoren zahlen demnach ungern Preise, die eine dauerhafte Knappheit und hohe Margen unterstellen.

Die Kursreaktionen der vergangenen acht Berichte schwankten zwischen minus sieben und plus knapp fünf Prozent. Eine Richtung lässt sich daraus kaum ableiten.

Drei Punkte dürften den Ausschlag geben:

  • der Ausblick für das vierte Quartal
  • die Bruttomarge
  • die Investitionspläne, denn höhere Ausgaben drücken den freien Cashflow

Auch Neuigkeiten zur Fertigungsvereinbarung mit GlobalFoundries könnten die Auftragslage beleuchten. Parallel dazu berichtet ASML schon am Mittwoch. Dessen Auftragslage und Ausblick für 2027 gelten als Taktgeber für die gesamte Branche.

Am Donnerstag, 15. Oktober, entscheidet sich, ob TSMC das Muster vom Juli wiederholt. Fällt der Ausblick vorsichtig aus, droht trotz Rekordzahlen erneut Gewinnmitnahme. Überzeugen Marge und Prognose, hätte die Aktie nach dem Rücksetzer Luft, die Lücke zum Hoch zu schließen.