Wenige Tage vor den Quartalszahlen am 16. April rückt TSMC massiv in den Fokus institutioneller Akteure. Am Optionsmarkt flossen am Montag rund 25 Millionen US-Dollar an Prämien in Wetten auf steigende Kurse. Diese ungewöhnliche Aktivität fällt in eine Phase, in der der Halbleiterkonzern den Start seiner nächsten Chip-Generation vorbereitet und gleichzeitig seine globale Präsenz ausbaut.

Auffällige Optionsaktivität

Marktbeobachter registrierten zu Wochenbeginn großvolumige Käufe von über 19.000 Call-Optionen mit Fälligkeit im Juni und einem Basispreis von 370 US-Dollar. Analysten werten diesen Einsatz als Zeichen der Zuversicht für eine anhaltende Erholung im Halbleitersektor und eine konstant hohe Nachfrage nach Hochleistungschips.

Parallel dazu ordnen große Fonds ihre Portfolios für das laufende Geschäftsjahr neu. Während Metropolis Capital Ltd seinen Anteil um knapp 20 Prozent auf rund 530.000 Aktien reduzierte, stieg Buffalo Business & Estate Services mit einer Erstinvestition von gut 8 Millionen US-Dollar neu ein. Diese Umschichtungen unterstreichen die Neupositionierung vieler Investoren vor dem nächsten technologischen Zyklus des Unternehmens.

Hohe Erwartungen an das erste Quartal

Der Blick der Anleger richtet sich nun auf die anstehende Telefonkonferenz. Das Management hat die Messlatte für das erste Quartal 2026 mit seiner bisherigen Prognose hoch gelegt:

  • Umsatz: 34,6 bis 35,8 Milliarden US-Dollar
  • Bruttomarge: 63 bis 65 Prozent
  • Operative Marge: 54 bis 56 Prozent

Für das Gesamtjahr rechnet TSMC mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von etwa 30 Prozent. Ein zentraler Treiber dafür ist der offizielle Produktionsstart der 2-Nanometer-Technologie, die für kommende Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz unerlässlich ist.

Preismacht stützt Margen

Mit einem Marktanteil von 70 Prozent bei fortschrittlichen Prozessoren profitiert der Konzern von einer enormen Nachfrage. Großkunden wie Apple und Nvidia haben sich Berichten zufolge bereits Kapazitäten bis Ende 2026 gesichert. Um dieses Volumen zu bewältigen, plant TSMC in diesem Jahr Investitionen zwischen 52 und 56 Milliarden US-Dollar.

Die hohen Kosten für die globale Expansion, darunter das Werk im japanischen Kumamoto und Projekte in den USA, will das Unternehmen durch strategische Preiserhöhungen abfedern. Geplante Aufschläge von drei bis zehn Prozent für die Produktionszyklen 2026 unterstreichen die starke Verhandlungsposition. Die anstehende Zahlenvorlage am 16. April liefert den nächsten konkreten Datenpunkt, inwieweit diese Preismacht die steigenden operativen Ausgaben bereits kompensiert.