TUI: 40 Millionen Euro Konfliktkosten im März

Der Reisekonzern TUI kappt seine Gewinnprognose für 2026 und setzt die Umsatzprognose aus. Belastungen durch den Nahost-Konflikt und eine schwächere Nachfrage im östlichen Mittelmeerraum sind die Hauptgründe.

TUI Aktie
Kurz & knapp:
  • Gewinnprognose für 2026 gesenkt
  • Umsatzprognose vorerst ausgesetzt
  • Kreuzfahrten im Persischen Golf abgesagt
  • Aktie fällt auf 6,70 Euro

Der Nahost-Konflikt trifft TUI spürbarer als erwartet. Der Reisekonzern hat seine Gewinnprognose für 2026 gekappt und die Umsatzprognose vorerst ausgesetzt — eine seltene Kombination, die zeigt, wie wenig Planbarkeit aktuell bleibt.

Neue Ziele, größerer Puffer nach unten

TUI erwartet für das laufende Geschäftsjahr nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Ursprünglich hatte der Konzern ein Wachstum von sieben bis zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,41 Milliarden Euro in Aussicht gestellt — die neue Spanne schließt also auch ein Minus ein. Allein im März entstanden durch den Konflikt Belastungen von rund 40 Millionen Euro: Rückführungen für etwa 10.000 Gäste und 1.500 Crew-Mitglieder, dazu operative Störungen.

Besonders sichtbar wurden die Folgen im Kreuzfahrtgeschäft. Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 mussten in Häfen wie Abu Dhabi und Doha festmachen und Reisen bis Mitte Mai absagen. Am 19. April verließen beide Schiffe den Persischen Golf; die Sommersaison im Mittelmeer soll planmäßig anlaufen. Für den Rest der Flotte bleibt die Buchungslage nach einer starken Wave Season stabil.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TUI?

Nachfrage verschiebt sich, nicht bricht ein

Die Zurückhaltung trifft vor allem den östlichen Mittelmeerraum. Buchungen in die Türkei, nach Zypern und Ägypten schwächeln, der gebuchte Umsatz im Segment Märkte & Airline für Sommer 2026 liegt sieben Prozent unter Vorjahr. Ein Teil der Nachfrage wandert in den westlichen Mittelmeerraum — ein gewisser Puffer, der den Einbruch abfedert, ihn aber nicht kompensiert.

Positiv hebt sich das zweite Quartal ab: TUI erwartet ein bereinigtes EBIT zwischen plus 5 und plus 25 Millionen Euro — nach minus 207 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Dieser Sprung geht auf die laufende Transformation im Bereich Märkte & Airline zurück. Abgesichert ist TUI obendrein beim Treibstoff: 83 Prozent des Kerosinbedarfs für Sommer 2026 sind gehedgt.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TUI?

Analysten bleiben konstruktiv, Kurs nicht

Die Analystenhäuser halten trotz der Prognosesenkung an positiven Einstufungen fest. Morgan Stanley und Deutsche Bank Research senkten ihre Kursziele auf jeweils 10,50 Euro, bleiben aber bei „Overweight“ beziehungsweise „Buy“. JPMorgan beließ das Kursziel bei 13,50 Euro und stuft die Anpassungen als nicht überraschend ein.

Der Markt reagiert dennoch mit Verkäufen. Die Aktie notiert am Donnerstag bei 6,70 Euro, ein Minus von knapp vier Prozent auf Tagesbasis — und rund 25 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau. Damit liegt der Kurs deutlich unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Mehr Klarheit über die Geschäftsentwicklung liefert TUI mit dem Halbjahresbericht am 13. Mai 2026.

TUI-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TUI-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:

Die neusten TUI-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TUI-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

TUI: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu TUI

Über Dieter Jaworski 3363 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
  • Substanz: Investitionen nur auf Basis solider Kennzahlen (Umsatz, Gewinn, Cashflow etc.).
  • Disziplin: Regelbasiertes Handeln zur Vermeidung emotionaler Fehlentscheidungen.
  • Nachhaltigkeit: Langfristige Strategien statt kurzfristiger Spekulation.
  • Unabhängigkeit: Keine Interessenkonflikte, nur Ihre finanziellen Ziele im Fokus.

Mein Ziel: Ihr Partner für systematischen Vermögensaufbau

Ich möchte Menschen helfen, ihre Finanzen selbstbewusst und mit einem klaren Plan zu steuern. Mit System, Substanz und meiner jahrzehntelangen Erfahrung unterstütze ich Sie auf Ihrem Weg zum erfolgreichen Vermögensaufbau.