Der Reisekonzern navigiert durch ein anspruchsvolles Marktumfeld. Zwar belasten späte Urlaubsentscheidungen und geopolitische Spannungen die laufende Saison, doch das Management richtet den Blick bereits auf die kommenden Geschäftsjahre. An der Börse bleibt die Stimmung verhalten: Am gestrigen Mittwoch schloss die Aktie bei 6,90 Euro. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus auf 23 Prozent.
Angepasste Gewinnspanne für 2026
TUI hatte am 22. September die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2026 präzisiert. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wird zu konstanten Wechselkursen nun zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro erwartet. Zuvor lag der Korridor noch bei 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose bleibt weiterhin ausgesetzt.
Als wesentliche Bremsfaktoren gelten geopolitische Unsicherheiten infolge des Iran-Kriegs sowie ein zögerlicheres Kundenverhalten. Urlauber buchten Reisen kurzfristiger, was die Vorausplanung erschwert.
Flugprogramm und neue Zielgebiete
Um das Wachstum mittelfristig abzusichern, treibt TUI den Ausbau des Netzwerks voran. Am Montag vereinbarte der Konzern eine strategische Kooperation mit Bulgarien bis zum Jahr 2030. Neben steigenden Gästezahlen sieht das Abkommen vor, im Sommer 2027 das Hotel TUI Blue Arabella am Goldstrand zu eröffnen.
Zudem stellte TUI Airline das Sommerflugprogramm 2027 vor. Vorgesehen sind 17 Millionen Sitzplätze auf insgesamt 84.000 Flügen. Dabei nimmt die Fluggesellschaft 25 neue Strecken in den Flugplan auf, um die Kapazitäten gezielt auf gefragte Urlaubsregionen auszurichten.
Wechsel im Aufsichtsrat und geteilte Analystenstimmen
Auch im Führungsgremium stehen personelle Weichenstellungen fest. Aufsichtsratschef Dieter Zetsche beendet im Februar 2027 seine Amtszeit, wobei Johan Lundgren einstimmig zu seinem Nachfolger bestimmt wurde. Vertrauen demonstrierte die Vorstandsriege derweil über eigene Zukäufe: Am 22. September erwarben Vorstandschef Sebastian Ebel und Personalvorständin Sybille Reiß eigene Anteilsscheine.
Unter den Marktbeobachtern fällt das Echo dennoch gemischt aus. Deutsche Bank Research senkte am 23. September das Kursziel von 10,50 auf 10,10 Euro, beließ die Einstufung für den Titel aber auf „Buy“.
Vorsichtiger zeigte sich Jefferies-Analyst James Wheatcroft, der die Aktie am 22. September bei „Hold“ mit einem Kursziel von 7 Euro beließ. Er bemängelte vor allem, dass die Unternehmensführung die Belastungen durch steigende Kerosinpreise im jüngsten Ausblick nicht näher erläutert habe. Detaillierte Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr liefert der Konzern am 9. Dezember, wenn der vollständige Bericht für 2026 erscheint.
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