Starke Nachfrage und sinkende Gebühren sollten eigentlich für Rückenwind sorgen. Stattdessen kämpft TUI mit unzufriedenen Kunden und einem zähen Aktienkurs. Der Touristikkonzern steckt charttechnisch unter einer wichtigen Hürde fest.

Das Papier notiert aktuell bei 7,17 Euro. Damit verliert die Aktie auf Tagessicht rund 1,5 Prozent. Der Kurs scheitert weiterhin spürbar an der hartnäckigen Widerstandsmarke von acht Euro.

Auch der breitere Trend enttäuscht Anleger. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 20 Prozent zu Buche. Der Kurs pendelt sich deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 7,65 Euro ein.

Entlastung bei Gebühren

Politische Vorgaben helfen dem Konzern eigentlich. Kürzlich sank die deutsche Luftverkehrsteuer. Im Winter halbieren sich parallel dazu die Entgelte für den Deutschen Reisesicherungsfonds. Diese fallen von 0,5 auf 0,25 Prozent des absicherungspflichtigen Umsatzes.

Dem Management reicht das nicht. TUI fordert null Prozent Gebühren für diesen Fonds. Deutsche Reiseveranstalter zahlten seit 2021 rund eine Milliarde Euro in den Topf ein. Der Konzern argumentiert hart. Der Fonds habe seinen Zweck nach der FTI-Pleite bereits voll erfüllt.

Frustrierte Urlauber

Die Folge: Ein historischer Höchstwert an Kundenbeschwerden trübt die Stimmung. Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet für das erste Halbjahr über 29.400 Anträge. Das sind so viele wie noch nie. Extremwetter und der Krieg in der Golfregion verursachten massive Flug-Einschränkungen.

Operativ drückt der Schuh auch im laufenden Sommergeschäft. Steigende Kerosinpreise und das neue EU-Grenzsystem sorgen für Verzögerungen und höhere Kosten. Ein möglicher Lichtblick winkt in den Niederlanden. TUI verhandelt aktuell mit Corendon über den Betrieb des Regierungsflugzeugs. Der Deal könnte dem Staat rund 100 Millionen Euro sparen.

Die TUI-Aktie verharrt in der Zwickmühle. Sinkende regulatorische Kosten stützen das Modell. Hohe operative Belastungen bremsen die Erholung ab. Mit einem RSI-Wert von 51,4 fehlt dem Papier derzeit eine klare Richtung. Solange der Kurs die Marke von acht Euro nicht durchbricht, bleibt der langfristige Abwärtstrend intakt.