TUI hat heute im Vorfeld der anstehenden Quartalsberichterstattung den Fokus auf die Sicherung der Margen bestätigt. Trotz leicht rückläufiger Buchungszahlen in einzelnen Segmenten zogen die Durchschnittspreise zuletzt um etwa 3 Prozent an, wie der Reisekonzern mitteilte. Das Unternehmen signalisiert damit, dass es Preisdisziplin über Volumenwachstum stellt – eine Strategie, die Anleger vor der bevorstehenden Zahlenvorlage genau beobachten dürften.

Q3-Bericht am 12. August im Fokus

Die eigentliche Nagelprobe steht noch aus: TUI hatte bereits Ende Juli offiziell angekündigt, die Quartalsmitteilung für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 am 12. August über die Pflichtmitteilungsplattform EQS zu veröffentlichen. Eine Analystenkonferenz begleitet die Veröffentlichung. Die heutige Bestätigung des Margenfokus liefert einen ersten Fingerzeig darauf, worauf der Markt bei den Zahlen achten sollte: weniger auf reine Buchungsvolumina, mehr auf die Preisdurchsetzung je Reise.

Für die zweite Jahreshälfte hat der Konzern mit der Auslieferung des neuen Kreuzfahrtschiffs „Mein Schiff Flow“ Ende Juni bereits einen konkreten Kapazitätsschritt gesetzt. Das Schiff wurde vor Triest getauft und ist Teil des Ausbaus im Kreuzfahrtsegment, das TUI gemeinsam mit Royal Caribbean über das Gemeinschaftsunternehmen TUI Cruises betreibt – einem Bereich, der als besonders profitabel gilt.

Kursverlauf zeigt Erholung, Rekord noch entfernt

An der Börse hat sich die Aktie zuletzt spürbar erholt. Sie notiert aktuell bei 7,53 Euro und hat damit in den vergangenen sieben Handelstagen um 9,86 Prozent zugelegt – ein deutliches Signal, dass Anleger die anstehenden Nachrichten positiv vorwegnehmen. Zum 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro, das Anfang Februar erreicht wurde, fehlen dem Papier gleichwohl noch 20,71 Prozent. Die Erholung der vergangenen Wochen hat den Kurs damit deutlich vom Jahrestief im April entfernt, ohne die alten Bestmarken bislang wieder in Reichweite zu bringen.

Der Rückenwind der vergangenen Monate speist sich aus einer Reihe operativer und struktureller Fortschritte. Im Winterquartal zu Jahresbeginn hatte TUI mit einem um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro gesteigerten bereinigten Betriebsergebnis das nach eigenen Angaben beste Winterquartal der Unternehmensgeschichte vorgelegt – trotz Einmalbelastungen von 21 Millionen Euro durch den Hurrikan Melissa in Jamaika. Im zweiten Quartal, das saisonal traditionell defizitär ausfällt, wies der Konzern ein Ergebnis je Aktie von minus 0,56 Euro aus; getragen wurde der Umsatz im Winterhalbjahr von starker Nachfrage nach Fernreisen, insbesondere nach Thailand und in die Karibik.

Dividende und Rating als Vertrauenssignale

Untermauert wird die Erholungsstory durch zwei strukturelle Entwicklungen aus dem Winter: Auf der Hauptversammlung im Februar in Hannover beschlossen die Aktionäre die erste Dividendenzahlung seit Beginn der Pandemie in Höhe von 0,10 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2024/25. Kurz zuvor hatte Moody’s den Ausblick für das mit „Ba3“ bewertete Kreditrating von „stabil“ auf „positiv“ angehoben und dies mit der fortschreitenden Entschuldung und der Rückkehr zur Dividende begründet. Im Gesamtjahr 2024/25 hatte TUI einen Jahresüberschuss von 636 Millionen Euro bei einem Konzernumsatz von 24,179 Milliarden Euro erzielt und die Eigenkapitalquote auf 9,71 Prozent verbessert.

Auch Insider zeigten sich zuletzt zuversichtlich: Vorstandschef Sebastian Ebel, Finanzchef Mathias Kiep und Vorstandsmitglied Sybille Reiß hatten im März Aktienpakete erworben, nachdem die Zahlen zum ersten Quartal positiv ausgefallen waren. Für Anleger bleibt der 12. August der entscheidende Termin: Erst die Neunmonatszahlen werden zeigen, ob sich die heute bestätigte Preisdisziplin tatsächlich in einer verbesserten Marge niederschlägt.