Sinkende Ölpreise beflügeln den Reisesektor. Davon profitiert auch der Touristikkonzern TUI massiv. Die Aktie schoss am Freitag kräftig nach oben. Indes treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Kreuzfahrtsparte voran.

Ölpreis stützt Margen

Am Freitag kletterte das Papier um 5,26 Prozent auf 7,09 Euro. Damit durchbricht der Kurs seinen 50-Tage-Durchschnitt von 6,77 Euro spürbar. Diese Marke gilt unter Händlern als wichtiger kurzfristiger Trendindikator.

Treiber dieser Entwicklung ist die Entspannung am Rohstoffmarkt. Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten drücken den Brent-Ölpreis. Das entlastet die Kostenstruktur von Airlines und Kreuzfahrtanbietern. TUI betreibt beides. Sinkende Treibstoffkosten wirken hier direkt als Margen-Booster.

Strategiewechsel für neuen Ozeanriesen

Parallel dazu baut TUI Cruises seine Kapazitäten aus. Am Freitag übergab die Fincantieri-Werft die „Mein Schiff Flow“ an das Unternehmen. Der Ozeanriese fasst rund 4.000 Passagiere. Er nutzt zunächst einen Mix aus Flüssigerdgas und Marinegasöl.

Ursprünglich sollte das Schiff im Nahen Osten kreuzen. Sicherheitsbedenken am Roten Meer zwingen das Management jedoch zum Umsteuern. Ab Oktober 2026 startet der Neubau stattdessen von Hamburg aus. Die Routen führen durch die Ostsee und an die norwegische Küste.

Der Flottenausbau geht derweil weiter. TUI und Fincantieri haben bereits zwei weitere Schiffe bestellt. Sie sollen in den Jahren 2031 und 2032 folgen.

TUI passt sich flexibel an geopolitische Hürden an. Operativ liefert der neue Ozeanriese nun sichere Kapazitäten für das Wintergeschäft in Nordeuropa. An der Börse bleibt allerdings Aufholbedarf. Seit Jahresanfang steht die Aktie noch immer gut 20 Prozent im Minus.