Europas größter Reiseveranstalter durchlebt unruhige Monate. Der Krieg im Nahen Osten und hohe Kerosinpreise bremsten lange die Reiselust. Nun meldet TUI spürbaren Rückenwind für den Sommer 2026. Die Nachfrage nach Zielen wie Griechenland und der Türkei zieht kräftig an.
Zuletzt sah es für das Sommergeschäft eher düster aus. TUI verzeichnete bei den gebuchten Umsätzen einen spürbaren Rückgang. In Großbritannien lag das Minus bei zehn Prozent. In Deutschland schrumpfte der Umsatz um drei Prozent. Insgesamt stehen aktuell 7,9 Millionen Buchungen für die Sommersaison im System.
Das Management gibt nun teilweise Entwarnung. Seit Anfang Juni verzeichnet der Konzern wieder gute Buchungszuwächse. Besonders Griechenland, die Türkei und Zypern holen deutlich auf. Die Sorgen der Kunden um fehlende Flugkapazitäten oder teures Kerosin seien unbegründet.
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Teure Rückholaktionen belasten
Die späte Erholung kommt zur rechten Zeit. TUI hatte zuvor die Prognose für das laufende Geschäftsjahr spürbar gesenkt. Das Management erwartet für 2026 nur noch ein bereinigtes operatives Ergebnis zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Ursprünglich peilte der Vorstand ein deutlich höheres Wachstum an.
Der Iran-Krieg verursachte im Frühjahr massive Zusatzkosten. TUI holte rund 10.000 Gäste aus der Konfliktregion zurück. Etwa die Hälfte der Urlauber befand sich auf Kreuzfahrtschiffen. Die Folge: rund 40 Millionen Euro Sonderbelastung.
Kreuzfahrten als Ertragsperle
Ausgerechnet das Kreuzfahrtgeschäft liefert aktuell die besten Zahlen. Die Sparte steigerte ihr bereinigtes operatives Ergebnis im ersten Halbjahr um knapp 26 Prozent. Die Auslastung der Schiffe liegt im Schnitt bei starken 93 Prozent. Im Sommer 2026 geht mit der „Mein Schiff Flow“ ein weiteres Schiff in Betrieb.
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Auch bei den Treibstoffkosten hat TUI vorgesorgt. Der Reiseveranstalter sicherte 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 preislich ab. Für den kommenden Winter sind bereits 62 Prozent fixiert. Das begrenzt das kurzfristige Risiko für den Konzern deutlich.
An der Börse spiegelt sich die operative Zuversicht noch nicht wider. Die TUI-Aktie pendelt aktuell um 6,76 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust auf rund 24 Prozent.
Der Abstand zur vielbeachteten 200-Tage-Linie bleibt mit über zwölf Prozent groß. Der späte Buchungsschub muss nun die Jahresziele retten. TUI profitiert aktuell noch von Restkontingenten zu alten Einkaufspreisen. Ziehen die tagesaktuellen Preise im Sommergeschäft wie erwartet an, kann der Konzern den Gewinnrückstand aufholen.
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