Ein Kursausbruch mit klarem technischem Signal: Die TUI Aktie hat die wichtige 100-Tage-Linie nach oben durchbrochen. Binnen einer Woche legte das Papier um 8,17 Prozent zu. Charttechniker werten das als Zeichen für eine mögliche Trendwende.
Durchbruch der 100-Tage-Linie sorgt für Dynamik
Die Aktie notiert aktuell bei 7,36 Euro. Damit liegt sie deutlich über dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 100 Tage bei 6,91 Euro. Dieser Ausbruch gilt am Markt als technisches Kaufsignal.
Zu Wochenbeginn hatte die Aktie bereits die psychologische 7-Euro-Marke zurückerobert. Vom 52-Wochen-Tief bei 6,11 Euro, markiert Ende April, hat sich der Kurs seither gelöst.
Der nächste Prüfstein folgt bei 7,62 Euro. Dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt, aktuell der wichtigste Widerstand von oben. Überwindet die Aktie dieses Niveau nachhaltig, wäre der seit Jahresbeginn laufende Abwärtstrend technisch neutralisiert.
Kapazitätsausbau nach FTI-Insolvenz zeigt Wirkung
Operativ profitiert der weltgrößte Reisekonzern von einer Marktbereinigung. Nach der Insolvenz des Wettbewerbers FTI im Frühsommer baute TUI seine Kapazitäten in Griechenland, der Türkei und Ägypten kurzfristig aus. Das Unternehmen kann laut Branchenberichten einen Großteil der weggefallenen Nachfrage übernehmen.
Das stützt die Auslastung für das laufende Sommerquartal. Trotz geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, die zeitweise Flugrouten und Treibstoffkosten belasteten, bleibt die Reiselust in Europa stabil. TUI meldete zuletzt rund 7,9 Millionen Buchungen für die Sommersaison.
Analysten sehen die Preisdurchsetzung als entscheidenden Faktor. Kann der Konzern gestiegene Betriebskosten über höhere Preise ausgleichen, dürfte sich das direkt in der Marge zeigen.
Cruise-Sparte als Ertragssäule
In diesem Sommer ging die „Mein Schiff Flow“ in Dienst, ein neues Schiff der InTUItion-Klasse. Die Kreuzfahrtsparte war bereits im ersten Halbjahr ein wesentlicher Gewinnbringer. Sie erreichte Auslastungsquoten von durchschnittlich über 90 Prozent.
Das Management setzt auf die Premium-Segmente, um das bereinigte operative Ergebnis zu stützen. Das klassische Veranstaltergeschäft leidet dagegen stärker unter dem Kostendruck.
Fokus auf den Quartalsbericht im August 2026
Anleger blicken nun auf die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal. TUI will sie voraussichtlich im August 2026 veröffentlichen. Im Fokus steht, ob der Konzern seine Jahresprognose erreicht: ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro.
Auch die Dividende rückt in den Blick. Analysten erwarten im Konsens rund 0,16 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2026 – nach den krisenbedingten Nullrunden der Vorjahre ein Signal für Normalität.
Der RSI von 59,9 zeigt: Die Aktie ist noch nicht überkauft. Bis zur Vorlage der Quartalszahlen bleibt damit rechnerisch Raum für weitere Kursgewinne, sollte die Marke von 7,62 Euro fallen.
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