TUI meldet für den laufenden Last-Minute-Sommer eine spürbare Rückkehr der Nachfrage nach Ägypten. Tui-Deutschland-Chef Benjamin Jacobi bezeichnete das Reiseziel am Mittwoch als Comeback-Ziel der Saison. Zuvor hatte der Iran-Krieg die Buchungslust einbrechen lassen – nun zieht die Nachfrage nach Angaben des Unternehmens wieder an.
Die Aktie honoriert die Entwicklung: Am heutigen Donnerstag notiert das Papier bei 7,38 Euro und legt um 1,40 Prozent zu. Auf Wochensicht steht sogar ein Plus von 11,54 Prozent zu Buche. Zum bisherigen Jahreshoch von 9,50 Euro, erreicht im Februar, fehlen dem Kurs allerdings noch mehr als ein Fünftel.
Ägypten zieht deutlich an, Winter startet zäh
Die Aufhellung bei Ägypten fügt sich in ein branchenweites Muster. Auch beim Konkurrenten Dertour verzeichnete man laut dessen Deutschland-Chef Boris Raoul für Ägypten fast doppelt so hohe Buchungseingänge wie im Vorjahreszeitraum. Für die Reisebranche insgesamt ist das ein wichtiges Signal, denn die Krisenregion war zuvor monatelang gemieden worden.
Beim Blick auf den Winter zeigt sich ein gemischteres Bild. Die Buchungen für die kommende kalte Jahreszeit starten später als im Vorjahr, die Gästezahlen liegen laut Dertour noch unter dem Niveau von 2025. Allerdings ziehen die wöchentlichen Buchungseingänge seit rund einem Monat an. Zu den gefragtesten Winterzielen zählen neben Ägypten auch Thailand, die Malediven und die Kanaren, wobei gut die Hälfte aller Buchungen auf Fernreisen entfällt. Für TUI als größten europäischen Reisekonzern ist die Entwicklung der Wintersaison ein wichtiger Gradmesser dafür, wie nachhaltig sich die Nachfrage nach den geopolitisch bedingten Dellen der vergangenen Monate erholt.
Nachhaltigkeitsengagement in Costa Rica ausgeweitet
Parallel zum operativen Geschäft baut die TUI Care Foundation ihr Naturschutzprojekt in Costa Rica aus. Nach einer ersten Phase, in der 275 Hektar Regenwald unter Schutz gestellt wurden, startet nun die zweite Phase mit einer Ausweitung auf 289 Hektar. Geschützt werden sollen künftig mindestens vier gefährdete Arten, darunter der Große Soldatenara und mehrere Froscharten. Über 350 Menschen aus der lokalen Bevölkerung sowie die indigene Cabécar-Gemeinschaft sind in das Projekt eingebunden.
Für Anleger bleibt die operative Nachfrageentwicklung der entscheidende Faktor. Der jüngste Kursanstieg spiegelt die Hoffnung wider, dass sich das Ägypten-Comeback im weiteren Jahresverlauf fortsetzt und auch die zögerliche Winterbuchungslage noch aufholt. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch zeigt jedoch, dass der Markt die Erholung noch nicht vollständig eingepreist hat.
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