TUI trennt sich in der Schweiz von einem Spezialisten für Schiffsreisen. Die Tochter TUI Suisse verkauft Cruisetour an die deutsche E-Hoi-Gruppe. Der Konzern gibt damit kein Geschäftsfeld auf. Er stellt den Vertrieb neu auf.
TUI gibt Cruisetour ab
E-Hoi übernimmt sämtliche Anteile an der Cruisetour AG und alle 13 Mitarbeitenden. Die Marke soll eigenständig bleiben. Für Kunden von TUI Suisse ändert sich damit vor allem der Anbieter hinter dem Kreuzfahrtangebot.
Der wichtigste Punkt liegt in der neuen Partnerschaft. E-Hoi soll künftig zentraler Anbieter für Hochsee- und Flusskreuzfahrten bei TUI Suisse werden. Die Reisebüropartner bleiben über das Kommissionsmodell eingebunden.
Das Ziel: TUI Suisse kann sein Angebot verbreitern, ohne den Spezialanbieter selbst zu halten. Die Umsetzung der Partnerschaft soll im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Für TUI passt der Schritt zur laufenden Straffung des Portfolios.
BlackRock erhöht direkten Anteil
Auch auf Aktionärsseite gab es Bewegung. BlackRock meldete am 26. Mai, dass der Vermögensverwalter bei TUI die 3-Prozent-Schwelle der direkten Stimmrechte überschritten hat.
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Die direkten Stimmrechte stiegen von 2,99 auf 3,22 Prozent. Das gesamte Exposure blieb bei 4,33 Prozent. Das spricht eher für eine Verschiebung innerhalb der Position als für einen großen neuen Einstieg.
Für den Markt ist das trotzdem ein Signal. Ein großer institutioneller Investor hält seine Gesamtposition stabil und erhöht den direkt zurechenbaren Anteil. Kein Wunder, dass solche Meldungen bei einem zyklischen Reisewert genau gelesen werden.
Aktie bleibt angeschlagen
Der Kurs zeigt ein gemischtes Bild. Die TUI Aktie notiert bei 6,93 Euro und liegt am heutigen Handelstag nahezu unverändert bei minus 0,06 Prozent.
Kurzfristig hat sich das Papier erholt. Auf Sicht von 7 Tagen steht ein Plus von 5,16 Prozent. Über 30 Tage sind es 9,00 Prozent.
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Der Blick seit Jahresbeginn fällt deutlich schwächer aus. Seit Januar liegt die Aktie mit 22,37 Prozent im Minus. Damit bleibt der Abstand zur früheren Erholung groß.
Auch charttechnisch wirkt die Lage zweigeteilt. Der Kurs liegt über dem 50-Tage-Durchschnitt von 6,76 Euro. Der Abstand beträgt 2,55 Prozent.
Zum 200-Tage-Durchschnitt von 7,77 Euro fehlt dagegen noch spürbar Luft. Der Abstand liegt bei minus 10,85 Prozent. Die jüngste Erholung hat den längerfristigen Abwärtstrend also noch nicht neutralisiert.
Operativ arbeitet TUI parallel an weiteren Stellschrauben. Bereits Ende 2025 begann der Konzern, ältere Flugzeuge aus der Flotte zu nehmen. Im Juni 2026 soll TUI Cruises die „Mein Schiff Flow“ in Triest taufen.
Der Verkauf von Cruisetour ist kein großer Paukenschlag. Er zeigt aber, wie TUI Kapitalbindung senken und zugleich das Kreuzfahrtangebot in der Schweiz ausbauen will. Bis zur geplanten Umsetzung im Frühjahr 2027 liefert die Partnerschaft einen konkreten Prüfpunkt für diese Strategie.
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