Der deutsche Reisesicherungsfonds hat seine Feuertaufe bestanden. Als die FTI Group im Sommer 2024 pleiteging, funktionierte das finanzielle Auffangnetz reibungslos. Für den Branchenprimus TUI ist das ein klares Signal. Der Konzern fordert nun weitreichende finanzielle Entlastungen für die gesamte Branche.

Ruf nach Reform

TUI macht Druck auf die Politik. Das Unternehmen verlangt deutlich niedrigere Sicherheitsleistungen von Reiseveranstaltern. Parallel dazu sollen die laufenden Gebühren für den Fonds sofort ausgesetzt werden. Das Ziel: Mehr Liquidität in den Kassen der Veranstalter.

Die Argumentation des Touristikkonzerns ist simpel. Der Fonds hat seine Funktionsfähigkeit bewiesen. Nach der erfolgreichen FTI-Abwicklung gilt das System als ausreichend kapitalisiert. TUI sieht daher keinen Grund mehr für die hohen finanziellen Puffer. Eine Senkung der Abgaben würde letztlich auch den Verbrauchern zugutekommen.

Schwacher Wochenschluss

An der Börse reagierten Investoren zuletzt verhalten. Die TUI-Aktie beendete den Freitagshandel mit einem Minus von 3,66 Prozent. Der Schlusskurs lag bei 7,38 Euro. Auf Wochensicht steht dennoch ein leichtes Plus auf der Anzeigetafel.

Der Blick auf das laufende Jahr fällt trüber aus. Seit Januar verzeichnet das Papier einen Verlust von gut 17 Prozent. Aktuell kämpft der Kurs mit der 200-Tage-Linie. Diese verläuft bei 7,67 Euro und blockiert den Weg nach oben.

Ein Erfolg bei der Fonds-Reform könnte der Aktie neuen Schwung verleihen. Weniger gebundenes Kapital bedeutet direkten Spielraum für das operative Geschäft. Bis zu einer politischen Entscheidung bleibt der Sprung über den 200-Tage-Durchschnitt die erste technische Voraussetzung für eine Kurserholung.