TUI gibt seinen Vertriebspartnern Planungssicherheit — zumindest beim Provisionsmodell. Für das Geschäftsjahr 2026/2027 bleibt alles beim Stand des Vorjahres. An der Börse läuft es für die Aktie weniger rund.
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Die Grundprovision liegt weiterhin bei 7,5 Prozent bis zu einem Jahresumsatz von 80.000 Euro. Ab dieser Schwelle steigt der Satz auf zehn Prozent. Franchise-Partner können in der Spitze 16 Prozent erreichen — durch eine Omnichannel-Komponente und ein Sortimentsanteils-Incentive.
Die entscheidende Neuerung hatte TUI bereits im Vorjahr eingeführt: Die Einstiegsschwelle für die zehn Prozent sank damals von 150.000 auf 80.000 Euro. Vertriebsdirektorin Ilka Lauenroth betont, das Modell solle gerade im „anspruchsvollen Marktumfeld“ Stabilität bieten. Außerdem hatte TUI die Umsatzstufen von 21 auf zwölf reduziert — viele Partner hatten das als Schritt zu mehr Transparenz begrüßt.
Geopolitik drückt auf Prognose
Der Nahost-Konflikt hat TUI 2026 operativ unter Druck gesetzt. Der Konzern musste seine Gewinnprognose senken und rechnet nun mit einem bereinigten EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro — zu konstanten Wechselkursen. Fortschritte bei der Beendigung des Iran-Konflikts dürften zuletzt für Erleichterung gesorgt haben.
Beim Treibstoff hat TUI vorgesorgt. Zum 3. Mai 2026 waren 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer 2026 abgesichert, für den Winter 2026/27 waren es 62 Prozent. Nach einer verhaltenen Buchungsphase im Frühjahr registriert der Konzern seit Anfang Juni wieder deutliche Zuwächse. Griechenland, Türkei, Spanien, Italien und Kroatien führen die Nachfrage an — Zypern und Ägypten legen ebenfalls stark zu.
Aktie unter Druck
Die TUI-Aktie schloss am Freitag bei 7,16 Euro und verlor auf Tagesbasis knapp drei Prozent. Damit unterschritt sie die 100-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von rund 20 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen zeigt der Kurs allerdings ein Plus von fast zehn Prozent — der Iran-Waffenstillstand hat hier sichtbar geholfen.
Morgan Stanley meldete per 5. Juni einen Stimmrechtsanteil von 5,41 Prozent — davon 4,58 Prozent über Instrumente wie Call-Optionen, Put-Optionen und Equity Swaps. Wenige Tage später sank der Gesamtwert auf 4,18 Prozent. Kein strategisches Aktienpaket, sondern WpHG-Pflichtmeldungen nach gesetzlichen Schwellenwerten.
Am 12. August legt TUI die Q3-Zahlen vor. Bis dahin gibt die laufende Sommersaison den Takt vor — und die Buchungsdynamik der kommenden Wochen wird zeigen, ob das untere oder das obere Ende der EBIT-Spanne erreichbar ist.
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