Zwei Kreuzfahrtschiffe mit 5.000 Passagieren liegen im Golf fest, die Straße von Hormus ist gesperrt, und TUI rechnet mit 50 Millionen Euro Umsatzausfall. Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran trifft Europas größten Reisekonzern in einer Phase, in der die Aktie ohnehin bereits deutlich unter Druck stand.
Zwei Schiffe, keine Ausfahrt
Seit dem 28. Februar 2026, als Israel und die USA Luftangriffe im Iran starteten, sitzen die „Mein Schiff 4″ in Abu Dhabi und die „Mein Schiff 5″ in Doha fest. Ein Verlassen der Region auf dem Seeweg ist unmöglich – die Straße von Hormus, wenige Kilometer von der iranischen Küste entfernt, wird blockiert. Am 1. März verschärfte sich die Lage dramatisch: Ein iranisches Geschoss traf einen Marinestützpunkt in unmittelbarer Nähe der „Mein Schiff 4″.
TUI organisiert nun Rückholaktionen per Flugzeug. Am 3. März brachte ein Emirates-Sonderflug 218 Passagiere von Dubai nach München. Insgesamt sitzen laut Medienberichten rund 30.000 deutsche Urlauber in der Golfregion fest. Alle Abreisen bis 9. März für die „Mein Schiff 4″ sowie die Tour ab 5. März für die „Mein Schiff 5″ wurden abgesagt.
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50 Millionen Euro Schaden – vorerst
Analysten schätzen den finanziellen Effekt auf rund 50 Millionen Euro entgangenen Umsatz und etwa 25 Millionen Euro weniger EBIT – allerdings nur, wenn sich die Lage im April normalisiert. Das Hauptgeschäft von TUI konzentriert sich im Sommer auf das westliche Mittelmeer und die Türkei. Doch genau hier liegt das Risiko: Sollte der Konflikt länger andauern oder sich ausweiten, könnten die Türkei mit 20 Prozent des Sommervolumens oder Ägypten mit 5 Prozent massiv betroffen sein.
Ob TUI die beiden Schiffe rechtzeitig für die geplanten Touren ab Ende März und Anfang April ab Kapstadt in Stellung bringen kann, hängt davon ab, ob die Durchfahrt durch die vom Iran kontrollierte Meerenge wieder möglich wird.
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Aktie bereits vorbelastet
Der Kriegsausbruch traf eine ohnehin schwächelnde Aktie. Seit Jahresbeginn hat der Titel rund ein Fünftel an Wert verloren. Dabei hatte TUI im ersten Quartal noch ein Rekord-EBIT von 77,1 Millionen Euro gemeldet – ein Plus von über 50 Prozent. Doch die Vorausbuchungen für den Sommer lagen 2 Prozent unter Vorjahr, was der Konzern als strategische Kapazitätsreduzierung erklärte.
Mitte Februar hob Moody’s den Ausblick von „stabil“ auf „positiv“ an und verwies auf die verbesserte Profitabilität. Nach dem jüngsten Kursrutsch zeigten sich mehrere Führungskräfte als Käufer, darunter CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep.
Halbjahresbericht als Lackmustest
Für 2026 peilt TUI ein EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent an, der Umsatz soll um 2 bis 4 Prozent steigen. Am 13. Mai legt der Konzern den Halbjahresbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob die Sommerbuchungen die aktuellen Sorgen bestätigen oder ob TUI die Krise isolieren kann. Entscheidend bleibt die Entwicklung im Nahen Osten: Bleibt der Konflikt regional begrenzt, dürfte der Schaden überschaubar bleiben. Eine Ausweitung auf zentrale Sommerdestinationen könnte die bereits gebeutelte Aktie jedoch weiter belasten.
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