TUI Aktie: Fundamentals vs. Realität

TUI meldet historisch starkes Winterquartal und kündigt Dividendenzahlung an, doch der Aktienkurs leidet unter Stornierungen im östlichen Mittelmeer. Die Jahresprognose bleibt bestätigt.

TUI Aktie
Kurz & knapp:
  • Stärkstes Winterquartal mit EBIT-Sprung um 51,5 Prozent
  • Rückkehr zur Dividende nach Jahren der Sanierung
  • Kursverlust durch Stornierungswelle im Nahen Osten
  • Kreuzfahrtgeschäft glänzt mit deutlichem EBIT-Plus

Rekordquartal, Dividendenrückkehr, bestätigte Prognose — und trotzdem ein Kurs, der seit Jahresbeginn rund 23 Prozent nachgegeben hat. Bei TUI klaffen operative Realität und Börsenbewertung derzeit weit auseinander.

Der Grund ist geografisch klar: Die anhaltende Eskalation im Nahen Osten löst eine Stornierungswelle für das östliche Mittelmeer aus — genau jene Region, die zu TUIs wichtigsten Zielgebieten zählt. Urlauber verschieben Buchungen oder streichen sie ganz. Das drückt auf die Stimmung, auch wenn die Fundamentaldaten ein anderes Bild zeichnen.

Starkes Quartal, gespaltene Segmente

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 kletterte das bereinigte EBIT um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro — das stärkste Winterquartal der Unternehmensgeschichte. Besonders das Kreuzfahrtgeschäft glänzte: Das Segment steigerte sein bereinigtes EBIT um 71 Prozent auf 82 Millionen Euro, getragen von höheren Auslastungen und Flottenerweiterungen.

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Das Hotelgeschäft lief dagegen schlechter. Hotels & Resorts verzeichnete trotz operativer Verbesserungen einen EBIT-Rückgang um 13 Prozent auf 131 Millionen Euro — belastet durch Hurrikanschäden in Jamaika sowie den Wegfall eines Bewertungseffekts aus dem Vorjahr.

Dividende und Schuldenabbau als Stabilitätssignale

Auf der Hauptversammlung beschlossen die Aktionäre die Rückkehr zur Dividendenausschüttung: Für das Geschäftsjahr 2025 gibt es eine Starterdividende von 0,10 Euro je Aktie, ab 2026 dann 10 bis 20 Prozent des bereinigten EPS. Nach Jahren der Sanierung ist das ein klares Signal der finanziellen Erholung.

Auch die Bilanz hat sich verbessert. Die Nettoverschuldung sank um 19 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro, die Verschuldungsquote fiel von 0,8x auf 0,6x des bereinigten EBIT.

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An den Jahreszielen hält TUI fest: Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent und ein bereinigtes EBIT zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Euro. Als partieller Puffer wirkt die starke Nachfrage in der Karibik, die Ausfälle in der Golfregion zumindest teilweise auffängt.

Charttechnik zeigt Erholungsansätze

Nachdem die Aktie Anfang Januar noch bei 9,41 Euro notierte, liegt der Kurs heute bei 6,86 Euro — rund 27 Prozent darunter. Charttechnisch könnte sich im Bereich um 6,50 bis 7,00 Euro ein Boden herausbilden; der RSI von 38 deutet auf keine überkaufte Situation hin.

Der nächste Belastungstest kommt am 13. Mai, wenn TUI die nächsten Quartalszahlen vorlegt. Bis dahin bleibt die Sicherheitslage im Nahen Osten der entscheidende Faktor — und ob die Buchungsdynamik für den Sommer die Ausfälle im östlichen Mittelmeer ausreichend kompensiert.

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