Zwei festsitzende Kreuzfahrtschiffe, rund 10.000 betroffene Reisende und ein potenzieller EBIT-Schaden von bis zu 47 Millionen Euro: Die militärische Eskalation im Persischen Golf trifft TUI in einer operativ starken Phase und stellt die Jahresziele unter Vorbehalt.
Kreuzfahrtbetrieb im Golf lahmgelegt
Seit den militärischen Auseinandersetzungen Ende Februar liegen die „Mein Schiff 4″ in Abu Dhabi und die „Mein Schiff 5″ in Doha fest – mit zusammen rund 5.000 Gästen an Bord. Gesperrter Luftraum und die blockierte Straße von Hormus machen einen regulären Betrieb unmöglich. Sechs Kreuzfahrten wurden abgesagt, die Ausfälle der „Mein Schiff 4″ reichen bis zum 23. März.
Die Rückholaktion läuft auf Hochtouren. TUI Cruises koordiniert mit Emirates, Qatar Airways und Etihad Sonderflüge und Chartermaschinen. Rund 2.140 Gäste der „Mein Schiff 4″ wurden bereits über Dubai und Muscat ausgeflogen, zwei Chartermaschinen landeten in Hannover. Urlauber aus Katar müssen zunächst per Bus nach Saudi-Arabien reisen, um von dort Sonderflüge zu erreichen. Bundesaußenminister Wadephul kündigte zusätzlich zwei staatlich gecharterte Flüge an, die über 500 weitere Passagiere beider Schiffe ausfliegen sollen.
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Bis zu 47 Millionen Euro EBIT-Einbußen möglich
Analysten von mwb research beziffern den Umsatzausfall allein für März auf rund 50 Millionen Euro, was das operative Ergebnis um etwa 25 Millionen Euro schmälern dürfte. Teurer wird es, sollten die Schiffe für die Rückkehr nach Europa den Suezkanal meiden und stattdessen den Umweg über das Kap der Guten Hoffnung nehmen – das würde laut Schätzungen weitere 22 Millionen Euro kosten und den Gesamtschaden auf bis zu 47 Millionen Euro EBIT-Einbußen treiben. Zusätzlich belasten steigende Kerosinkosten durch den konfliktbedingten Ölpreisanstieg.
Das trifft ein Unternehmen, das zuletzt operativ überzeugte: Im ersten Quartal 2026 stieg das bereinigte EBIT um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro – das beste Winterquartal der Unternehmensgeschichte und deutlich über dem Analysten-Konsens von 66,7 Millionen Euro. Das Kreuzfahrtgeschäft lief dabei mit 99 Prozent Auslastung und einer Tagesrate von 235 Euro auf Hochtouren.
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Management bleibt vorsichtig optimistisch
Die Jahresprognose – ein EBIT-Wachstum von 7 bis 10 Prozent für 2026 – hält das Management dennoch aufrecht, knüpft dies aber an eine Bedingung: Die Lage im Nahen Osten muss sich bis April spürbar beruhigen. TUI-Chef Sebastian Ebel rechnet mit vorübergehender Buchungszurückhaltung für die Golfregion, beobachtet aber bereits Umbuchungen auf alternative Destinationen wie die Karibik und Spanien.
Bemerkenswert: Ebel kaufte am 3. März Aktien zu 6,99 Euro für knapp 50.000 Euro – ein Insiderkauf, der am Markt registriert wurde. Die Aktie notiert aktuell bei 7,13 Euro, liegt damit aber rund 16 Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 8,54 Euro und hat seit Jahresbeginn über 20 Prozent verloren.
Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann wird sich zeigen, ob die operativen Puffer aus dem starken Winterquartal ausreichen, um die Krisenkosten abzufedern – und ob die Sommersaison im westlichen Mittelmeer planmäßig anlaufen konnte.
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