Während der US-Wettbewerber Carnival mit starken Quartalszahlen glänzt, verliert das Papier des Touristikkonzerns weiter an Boden. Trotz einer fundamentalen Erholung im Kreuzfahrtsektor dominiert bei den Hannoveranern derzeit der Verkaufsdruck.

Diskrepanz zur Branchenentwicklung

Zum Wochenausklang rutschte der Kurs um gut zwei Prozent auf 6,66 Euro ab. Damit summiert sich der Verlust seit Jahresbeginn auf beachtliche 25,39 Prozent. Diese anhaltende Schwäche überrascht, da Konkurrent Carnival zeitgleich einen bereinigten Quartalsgewinn von 0,20 US-Dollar je Aktie meldete und den Vorjahresverlust von 0,06 US-Dollar deutlich hinter sich ließ. Die operativen Erholungssignale der Branche spiegeln sich im TUI-Kursverlauf aktuell nicht wider.

Analysten bleiben optimistisch

Dabei weisen die jüngsten fundamentalen Daten des Unternehmens durchaus in die richtige Richtung. Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hielt der Konzern den Umsatz stabil bei 4,86 Milliarden Euro und reduzierte den Verlust je Aktie von 0,17 Euro auf 0,09 Euro. Marktbeobachter bewerten die Perspektiven entsprechend positiver als die Börse. Die aktuellen Schätzungen der Experten implizieren einen erheblichen Aufschlag zum derzeitigen Kursniveau:

  • Durchschnittliches Kursziel: 10,58 Euro
  • Erwarteter Gewinn 2026: 1,39 Euro je Aktie
  • Geschätzte Dividende 2026: 0,228 Euro (Vorjahr: 0,10 Euro)

Am 13. Mai 2026 legt der Konzern die Bilanz für das erste Geschäftshalbjahr vor. Diese anstehenden Zahlen müssen belegen, dass der positive Trend der Konkurrenz auch in Hannover in zählbare Gewinne umgemünzt wird. Bis dahin gewährt der Abstand von knapp 16 Prozent zum 52-Wochen-Tief bei 5,75 Euro eine gewisse charttechnische Pufferzone nach unten.