TUI baut sein Reiseangebot aus, während der Aktienkurs weiter unter Druck steht. Die Tochter TUI Musement startet eine neue Kategorie namens „Multi Day Experiences“ – Kurzreisen mit Übernachtung, die zwischen Tagesausflug und großer Rundreise liegen sollen. Ob das neue Format den Konzern aus der Kursflaute holt, bleibt offen.
Übernachtung als Kernidee
Die neuen Angebote dauern ein bis zwei Tage. Sie kombinieren geführte Ausflüge mit besonderen Unterkünften: Wüstencamps, Safari-Lodges, Dschungelzelte oder Aufenthalte in lokalen Gemeinschaften. Konkrete Beispiele sind Wildwasser-Rafting mit Regenwaldübernachtung in Costa Rica oder Safaris mit Übernachtung in Kenia.
TUI Musement positioniert das Format bewusst als Brücke. Wer bisher zwischen kurzem Tagesausflug und mehrtägiger Rundreise wählen musste, bekommt nun eine dritte Option.
Ambitionierte Ausbaupläne
Zum Start bietet TUI Musement mehr als 35 dieser Reisen an – in Ländern von Australien bis Vietnam. Bis Ende des Sommers 2026 soll das Portfolio auf über 45 Programme wachsen.
Weitere Programme sind für 2027 geplant. Den Großteil entwickelt TUI Musement selbst, mit eigenen Unterkünften, Reiseleitern und Transportmitteln.
Eine Umfrage aus dem Dezember 2025 liefert die Begründung. 70 Prozent der Befragten zeigten Interesse an kurzen, immersiven Erlebnissen mit Übernachtung – vor allem jüngere Reisende und Familien.
CEO Peter Ulwahn sieht darin eine Möglichkeit, Ziele zu erschließen, die mehr als einen Tag zur Erkundung brauchen. Buchbar sind die Reisen über alle TUI-Kanäle sowie über Plattformen wie Bokun und Nezasa. Die Preise starten bei 145 Euro pro Person.
Kursbild bleibt schwach
An der Börse zeigt sich davon bislang wenig. Die TUI-Aktie notiert bei 6,91 Euro. Allein heute verlor sie 2,07 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Verlust von 22,64 Prozent zu Buche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 9,50 Euro aus dem Februar fehlen der Aktie mittlerweile 27,32 Prozent.
Näher liegt das 52-Wochen-Tief von 6,11 Euro von Ende April. Der Abstand dorthin beträgt nur noch rund 13 Prozent.
Der RSI von 43,4 signalisiert derzeit keine extreme Marktlage – weder überkauft noch überverkauft.
Fundamental hatte TUI im Mai ein bereinigtes EBIT von minus 111 Millionen Euro für das erste Halbjahr vorgelegt – eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Trotz geopolitischer Belastungen im Nahen Osten hielt der Konzern an seinem Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 fest.
Die nächsten Quartalszahlen, das Neunmonats-Ergebnis für das Geschäftsjahr 2026, veröffentlicht TUI voraussichtlich im August.
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