Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran setzt dem Reisekonzern unmittelbar zu. TUI hat alle Reisen in die betroffenen Regionen gestoppt – zwei Kreuzfahrtschiffe sitzen fest, rund 30.000 deutsche Urlauber sind gestrandet. Der Markt reagiert mit einem Kurseinbruch von knapp neun Prozent.
Sofortige Reisestopps und operative Probleme
Nach den Luftangriffen auf den Iran hat TUI sämtliche Reisen nach Israel, in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Katar und Bahrain storniert. Alle Buchungen mit Leistungsbeginn bis einschließlich 8. März können gebührenfrei umgebucht oder storniert werden. Der Konzern beobachtet die Lage kontinuierlich.
Die Folgen treffen TUI auch direkt im Betrieb: Zwei Kreuzfahrtschiffe der Tochter TUI Cruises sitzen in der Region fest, zwei weitere geplante Reisen können nicht durchgeführt werden. Geschlossene Lufträume erschweren zudem die Rückreise gestrandeter Urlauber – eine militärische Evakuierung wurde von Regierungsseite ausgeschlossen.
Branchenweite Belastung durch Ölpreisanstieg
Die Luftfahrt- und Reisebranche steht unter doppeltem Druck. Die TUI-Aktie verlor zeitweise knapp neun Prozent auf 7,35 Euro, Lufthansa büßte 6,4 Prozent ein. Auch international zeigt sich das Bild einheitlich: easyJet gab 4,9 Prozent ab, Booking Holdings 2,3 Prozent.
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Erschwerend wirkt der Anstieg der Ölpreise nach der Eskalation. Höhere Treibstoffkosten drücken die Margen von Airlines und Reisekonzern, während gleichzeitig die Nachfrage für betroffene Regionen einbricht.
Analysten sehen begrenzten Schaden
Oliver Wojahn von MWB Research ordnet die kurzfristigen Auswirkungen als begrenzt ein. Das Kerngeschäft im Sommer läuft hauptsächlich im westlichen Mittelmeerraum und in der Türkei – beide Regionen sind derzeit nicht betroffen. Unter der Annahme einer Normalisierung im April dürfte der finanzielle Schaden vergleichsweise gering ausfallen.
Risiken bestünden allerdings bei einem längeren, umfassenderen Konflikt, der etwa die Türkei oder Ägypten beeinträchtigen könnte. Allerdings könnte sich dann ein Teil der Nachfrage auf westliche Mittelmeerländer wie Spanien verlagern.
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JPMorgan-Analyst Harry Gowers betont die negativen Effekte für die Profitabilität durch Flugstreichungen, operative Behinderungen und eine möglicherweise geringere Nachfrage – zumindest kurzfristig.
Vorbelasteter Titel mit starkem Winterquartal
Der heutige Kursschock trifft einen bereits angeschlagenen Titel. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von knapp 18 Prozent zu Buche. Hintergrund war die zuletzt gemeldete Buchungsschwäche: Für den Winter 2025/26 lag der gebuchte Umsatz ein Prozent unter Vorjahr, für Sommer 2026 zwei Prozent. TUI ordnete dies als strategische Reduzierung der eigenen Risikokapazität ein.
Operativ lieferte der Konzern hingegen überzeugende Zahlen. Das bereinigte EBIT im Winterquartal sprang um 51,5 Prozent auf 77,1 Millionen Euro – deutlich über dem Analystenkonsens von 66,7 Millionen Euro. Nach dem Kursrückgang griffen mehrere Führungskräfte zu, darunter CEO Sebastian Ebel und CFO Mathias Kiep.
Halbjahresbericht als nächster Gradmesser
Am 13. Mai 2026 legt TUI den Halbjahresbericht vor. Dann zeigt sich, ob die Buchungsdaten für den Sommer 2026 die aktuelle Marktschwäche bestätigen oder widerlegen. Die Jahresziele – ein signifikantes Wachstum des bereinigten EBIT – hat das Unternehmen trotz der aktuellen Belastungen bestätigt. Entscheidend bleibt, ob der Nahost-Konflikt auf die für TUI wichtigen Sommerdestinationen übergreift oder regional begrenzt bleibt.
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