TUI Aktie: Teurer Umweg um Afrika

Die militärische Eskalation im Nahen Osten zwingt TUI zu einer teuren Evakuierung und Umleitung von Schiffen, was zu einem zweistelligen Millionenschaden führt. Trotzdem hält der Konzern an seinen Jahreszielen fest.

TUI Aktie
Kurz & knapp:
  • Evakuierungskosten von rund 14 Millionen Euro
  • Umleitung der Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung
  • Erwarteter EBIT-Verlust von bis zu 47 Millionen Euro
  • Management bestätigt Jahresprognose trotz Belastungen

Die militärische Eskalation im Nahen Osten zwingt den Touristikkonzern zu drastischen Maßnahmen. Nach der Evakuierung von rund 7.000 Kreuzfahrtpassagieren aus der Golfregion droht nun eine wochenlange und kostspielige Umleitung der Schiffe um den afrikanischen Kontinent. Trotz eines erwarteten Gewinneinbruchs in zweistelliger Millionenhöhe hält das Management an seinen Jahreszielen fest.

TUI Cruises hat sämtliche Gäste der Flotten Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 aus Abu Dhabi und Doha ausgeflogen. Laut Schätzungen der Analysten von AlphaValue belaufen sich allein die Kosten für diese Großevakuierung auf etwa 14 Millionen Euro. Hinzu kommen voraussichtlich rund 28 Millionen Euro für Ticketrückerstattungen. Die vorerst abgesagten Reisen bis Ende März bilden dabei nur den Anfang der operativen Herausforderungen.

Kap der Guten Hoffnung statt Suezkanal

Da die Passage durch das Rote Meer aktuell als zu gefährlich gilt, bereitet der Konzern die Rückführung der Schiffe nach Europa über das Kap der Guten Hoffnung vor. Diese 25-tägige Reise würde durch höheren Treibstoffverbrauch und entgangene Einnahmen weitere 22 Millionen Euro verschlingen. Das Analysehaus mwb research kalkuliert im ungünstigsten Fall mit einer EBIT-Einbuße von bis zu 47 Millionen Euro. An der Börse macht sich diese anhaltende Unsicherheit bemerkbar: Der Titel verzeichnete auf Monatssicht einen Rückgang von knapp 18 Prozent auf einen aktuellen Kurs von 6,98 Euro.

Festhalten an den Jahreszielen

Ungeachtet des finanziellen Gegenwinds demonstrierte die Konzernführung auf einer Roadshow in Paris Zuversicht. Das Management bestätigte die Prognose für 2026, die ein operatives Gewinnwachstum von 7 bis 10 Prozent vorsieht. Diese Haltung stützt sich auf ein historisch starkes erstes Quartal, in dem das bereinigte EBIT um 26 Millionen Euro auf 77 Millionen Euro kletterte. Der Konzern plant, die regionalen Einbußen durch bereits verzeichnete starke Buchungen in Alternativzielen wie der Karibik, Griechenland oder den Balearen auszugleichen.

Das größte verbleibende Risiko ist nun eine mögliche Zurückhaltung der Urlauber bei wichtigen Sommerdestinationen wie der Türkei oder Ägypten, die zusammen ein Viertel der Sommerbuchungen ausmachen. Konkrete Fakten dazu, ob die positive Frühbucherdynamik die Millionenbelastungen der Kreuzfahrtsparte tatsächlich auffangen kann, liefert der Konzern mit dem nächsten Halbjahresbericht am 13. Mai 2026.

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