TUI Aktie: Zweifel im Kommen?

Trotz Rückkehr blockierter Schiffe belasten Iran-Konflikt und schwache Buchungen die TUI-Aktie.

TUI Aktie
Kurz & knapp:
  • Blockierte Schiffe wieder auf Kurs
  • Gewinnprognose deutlich reduziert
  • Buchungsrückgang im Sommergeschäft
  • Analysten senken Kursziele

Zwei Kreuzfahrtschiffe durch eine gesperrte Meerenge — das ist das operative Bild der Woche bei TUI. Die „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ haben die Straße von Hormus passiert und kehren in den regulären Betrieb zurück. Der Weg dorthin war alles andere als reibungslos.

Passage unter Bedrohung

Die beiden Schiffe lagen seit Ende Februar fest: die „Mein Schiff 4″ in Abu Dhabi, die „Mein Schiff 5″ in Doha — blockiert durch den Iran-Konflikt. Am Samstag gelang die Durchfahrt in enger Staffelung mit weiteren Kreuzfahrtschiffen, obwohl der Iran die Meerenge bereits wieder offiziell gesperrt hatte.

Laut Agenturmeldungen wurden die „Mein Schiff 4″ und ihre Crew von iranischen Revolutionsgarden bedroht. Von möglichen Schüssen in der Nähe des Schiffes war die Rede; Schäden meldete der NDR nicht.

TUI Cruises bestätigte: Beide Schiffe nehmen Kurs auf Kapstadt, werden dort für den regulären Betrieb vorbereitet und sollen ab Mitte Mai wieder Gäste aufnehmen — die „Mein Schiff 5″ ab dem 15. Mai in Heraklion, die „Mein Schiff 4″ ab dem 17. Mai in Triest.

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Gewinnwarnung bleibt die härtere Nachricht

Die Rückkehr der Schiffe ändert nichts an der angespannten Gesamtlage. Ende April senkte TUI die EBIT-Prognose auf 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro — zuvor hatte der Konzern ein Wachstum gegenüber dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Umsatzprognose setzte TUI wegen der geopolitischen Lage ganz aus.

Allein im März kostete der Konflikt rund 40 Millionen Euro für Rückholaktionen und Betriebsunterbrechungen. Die gebuchten Sommerbuchungen liegen sieben Prozent unter Vorjahr, Kunden buchen später, die Nachfrage verschiebt sich vom östlichen in den westlichen Mittelmeerraum.

Der Aktienkurs spiegelt das wider. Mit 6,34 Euro notiert TUI rund 29 Prozent unter dem Jahresanfangsniveau und knapp über dem 52-Wochen-Tief.

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Analysten kaufen, Kursziele sinken

Mehrere Banken haben nach der Gewinnwarnung ihre Kursziele gesenkt, halten aber mehrheitlich an Kaufempfehlungen fest. JPMorgan reduzierte das Ziel auf 12,50 Euro, behielt „Overweight“. Die Deutsche Bank senkte auf 10,50 Euro, ebenfalls mit Kaufvotum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 9,83 Euro.

Als operativer Puffer dient das Hedging-Programm: Rund 83 Prozent des Kerosinbedarfs für den Sommer sind abgesichert, im Kreuzfahrtgeschäft über 80 Prozent der Energiekosten für das Gesamtjahr.

Am 13. Mai legt TUI den Halbjahresbericht vor. Er liefert erstmals harte Zahlen zur Buchungslage für die entscheidenden Sommermonate — und zeigt, ob sich die Lücke zum Vorjahr schließt oder weitet. Roadshows in Benelux, London und Frankfurt folgen in der zweiten Maihälfte.

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Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom, erfahrener Unternehmer und anerkannter Experte für Finanzmärkte. Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Analyse von Aktienmärkten und wirtschaftlichen Zusammenhängen verbindet er wissenschaftliche Fundierung mit unternehmerischer Praxis. Er unterstützt Anleger, die langfristigen Vermögensaufbau und finanzielle Unabhängigkeit durch fundierte Strategien anstreben.

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Dr. Sasses Laufbahn ist geprägt von akademischer Exzellenz und praktischer Marktkenntnis. Er promovierte in Wirtschaftswissenschaften und hält einen Master of Science in Marketing und Sales sowie einen Abschluss als Betriebswirt. Bereits während und nach dem Studium sammelte er in renommierten Analystenhäusern und Unternehmen tiefgreifende Erfahrungen in der Bewertung von Aktien und Fonds.

Als Gründer und Geschäftsführer der YES Investmedia GmbH ist er unternehmerisch im Bereich der Finanzpublikationen tätig. Seine Expertise umfasst die Analyse komplexer wirtschaftlicher Themen wie demographischer Wandel oder globaler Markttrends sowie deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Durch seine langjährige Tätigkeit hat er sich als Autor zahlreicher Analysen und Kommentare zu wirtschaftlichen und börsenrelevanten Themen etabliert.

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