Zwei Kreuzfahrtschiffe, zwei Monate Stillstand, und ein Ende ist nicht in Sicht. Die „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ von TUI Cruises liegen seit Ende Februar in Abu Dhabi und Doha fest — blockiert durch den Iran-Krieg und die gesperrte Straße von Hormus. Was zunächst wie eine kurzfristige Unterbrechung wirkte, entwickelt sich zu einer handfesten operativen Belastung.
Reiseabsagen bis in den Mai
TUI Cruises hat alle Abfahrten der „Mein Schiff 5″ bis zum 1. Mai und der „Mein Schiff 4″ bis zum 6. Mai gestrichen. Die Schiffe befinden sich im sogenannten „Hot Layup“-Status — mit Minimalbemanning, um jederzeit ablegen zu können, sobald ein sicheres Zeitfenster entsteht. Weite Teile der Crew wurden nach Hause geschickt.
Die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran weckte kurzzeitig Hoffnungen: Am 8. April sprang die TUI-Aktie um rund elf Prozent an. Einen Tag später verlor das Papier zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent — und schloss letztlich nur minimal tiefer. Seit Kriegsbeginn Ende Februar liegt die Aktie rund 14 Prozent im Minus.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TUI?
Neue Kostenfalle: Irans Wegezoll
Der Grund für die schnell verpuffte Euphorie: Die Waffenruhe erwies sich als brüchig. Der Iran machte klar, dass eine Durchfahrt ohne Genehmigung Konsequenzen hätte — und die Meerenge bleibt gesperrt.
Zusätzlich zeichnet sich eine neue Belastung ab. Iranische Regierungsvertreter haben gegenüber der „New York Times“ erklärt, dass Teheran eine Durchfahrtsgebühr von bis zu zwei Millionen US-Dollar je Schiff erheben will. Der sogenannte „Strait of Hormuz Management Plan“ wurde Ende März formell verabschiedet. Mindestens zwei dokumentierte Zahlungsfälle gibt es laut einem Analysten von Lloyd’s List bereits.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei TUI?
Für TUI bedeutet das: Selbst wenn die Schiffe bald passieren könnten, kämen erhebliche Zusatzkosten hinzu — bei ohnehin hohen Treibstoffpreisen.
Metzler hält an Kaufempfehlung fest
Analyst Nikolas Demeter vom Bankhaus Metzler bleibt trotzdem optimistisch. Er hat seine Kaufempfehlung bekräftigt und sieht in der Waffenruhe ein „kritisches Zeitfenster“, das TUI die Rückführung beider Schiffe ermöglichen könnte. Das Kursziel senkte er auf 13 Euro — gemessen am gestrigen Schlusskurs von 7,12 Euro impliziert das noch immer erhebliches Aufwärtspotenzial. Demeter geht davon aus, dass TUI den operativen Gewinn des Vorjahres halten kann.
Das Management selbst hat die Jahresprognose zuletzt bestätigt: Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent, bereinigtes EBIT-Wachstum von sieben bis zehn Prozent. Ob diese Ziele Bestand haben, wird der Halbjahresbericht im Mai zeigen — und dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die beiden Schiffe bis dahin wieder in Fahrt sind.
TUI-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue TUI-Analyse vom 10. April liefert die Antwort:
Die neusten TUI-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für TUI-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 10. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
TUI: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

