Sieben Wochen lang lagen sie fest. Jetzt sind Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 wieder auf dem Weg ins Mittelmeer — allerdings nicht durch den Suezkanal, sondern rund um Afrika.
Am 18. April nutzten beide Schiffe eine Feuerpause. In enger Abstimmung mit den Behörden passierten sie mit hoher Geschwindigkeit die Straße von Hormus. Die Route führt nun südlich um den afrikanischen Kontinent, mit einem geplanten Zwischenstopp in Kapstadt Ende April für Treibstoff, Proviant und neue Crewmitglieder.
Sommersaison ab Mai — noch nicht bestätigt
TUI plant, beide Schiffe ab Mitte Mai im Mittelmeer einzusetzen. Mein Schiff 5 soll am 22. Mai ab Heraklion auf Kreta starten. Mein Schiff 4 ist ab dem 24. Mai für Adria-Kreuzfahrten ab Triest vorgesehen. Offizielle Bestätigungen stehen noch aus.
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Kosten des Iran-Kriegs bereits beziffert
Der Konflikt hat TUI teuer zu stehen gekommen. Im März repatriierte das Unternehmen rund 10.000 Gäste — darunter etwa 5.000 Passagiere von den blockierten Schiffen. Alle Routen beider Schiffe wurden bis Mitte Mai gestrichen.
Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet TUI ein bereinigtes EBIT von plus 5 bis plus 25 Millionen Euro — trotz einer Belastung von rund 40 Millionen Euro durch den Konflikt. Zum Vergleich: Im Vorjahresquartal lag das bereinigte EBIT bei minus 207 Millionen Euro.
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Bernstein Research hat das Rating „Market-Perform“ mit einem Kursziel von 9,20 Euro belassen. Analyst Richard J. Clarke verwies auf schwache Nachfrage. Bemerkenswert: Die Gewinnwarnung geht laut Bernstein nicht primär auf Treibstoffkosten zurück — TUI hat 83 Prozent des Kerosins für den Sommer bereits abgesichert.
Aktie unter Druck
Die TUI-Aktie notiert bei 6,46 Euro und damit rund 31 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 9,41 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 28 Prozent verloren. Der RSI liegt bei 22 — ein Niveau, das technisch als überverkauft gilt.
Den nächsten konkreten Datenpunkt liefert TUI mit dem Q2/H1-Bericht im Mai 2026. Dann zeigt sich, ob die Umbuchungen ins westliche Mittelmeer die Ausfälle im Nahen Osten ausreichend kompensiert haben — und ob der Kreuzfahrtsaisonstart wie geplant gelingt.
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