Der Iran-Konflikt hat TUI dieses Jahr teuer zu stehen gekommen. Die Aktie notiert mit einem Minus von 31 Prozent seit Jahresbeginn nahe ihrem 52-Wochen-Tief — und dennoch sendet der Konzern gerade ein bemerkenswertes Gegensignal.
S&P Global Ratings hob am 27. April den Ausblick für die Kreuzfahrttochter TUI Cruises von „stabil“ auf „positiv“ an und bestätigte das Langfrist-Rating bei „BB-„. Die Begründung: TUI Cruises integriert neue Kapazitäten erfolgreich in den Markt. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 erwartet S&P einen Umsatz von 2,85 Milliarden Euro, das EBITDA soll auf rund 1,018 Milliarden Euro steigen.
Neues Schiff fängt Krisenausfälle auf
Zentrales Argument für die Hochstufung ist die geplante Auslieferung der „Mein Schiff Flow“ im Juni 2026. Das neue Schiff soll das Kapazitätswachstum um sieben Prozent anschieben — genug, um die verzögerte Rückkehr der „Mein Schiff 4″ und „Mein Schiff 5″ ins Mittelmeer mehr als auszugleichen. Beide Schiffe lagen während der Nahost-Krise in Abu Dhabi und Doha fest; TUI brachte rund 5.000 Kreuzfahrtpassagiere zurück. Treibstoff- und Währungsrisiken sind weitgehend bis 2027 abgesichert, was die Ertragslage auch bei externen Schocks stabilisiert.
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Konzernmutter unter Druck
Das Bild auf Konzernebene sieht anders aus. Per Ad-hoc-Mitteilung vom 22. April senkte TUI die Prognose und setzte die Umsatzguidance vorläufig komplett aus. Für 2026 erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBIT zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro. Im Segment Märkte & Airline liegen die gebuchten Umsätze für den Sommer sieben Prozent unter Vorjahr — Kunden meiden Destinationen wie Türkei, Zypern und Ägypten. Allein im März belastete der Iran-Konflikt das Ergebnis mit rund 40 Millionen Euro.
Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch
Mehrere Banken haben nach der Gewinnwarnung ihre Kursziele gesenkt, halten aber an Kaufempfehlungen fest:
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- Barclays: Kursziel von 10,50 auf 9,00 Euro gesenkt, „Overweight“ bestätigt
- Deutsche Bank: Kursziel von 12,00 auf 10,50 Euro gesenkt, „Buy“ bestätigt
- JPMorgan: Kursziel auf 12,50 Euro angepasst, „Overweight“ bestätigt
Die Begründung ist ähnlich: Das zweite Quartal übertraf die Erwartungen, die Schätzungen für 2027 und 2028 bleiben weitgehend intakt. Das Marktvertrauen in die mittelfristige Erholungsfähigkeit des Konzerns bleibt also — trotz kurzfristiger Belastungen — vorhanden.
Der RSI liegt bei 23, ein technisch deutlich überverkauftes Niveau. Ob das eine Stabilisierung einleitet, hängt maßgeblich von den Halbjahreszahlen am 13. Mai ab. Dann wird TUI konkrete Aussagen zur Buchungslage für die Hochsaison liefern — und damit zeigen, ob die gesenkten Jahresziele überhaupt erreichbar sind.
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