Der französische Spieleentwickler sorgt für einen der heftigsten Kurseinbrüche seiner Börsengeschichte. Am Donnerstag stürzte die Aktie in Paris um über 32 Prozent auf 4,49 Euro ab – der größte Tagesverlust seit dem Börsengang 1996. Auch auf Tradegate ging es zeitweise um mehr als 22 Prozent nach unten. Was steckt hinter diesem dramatischen Absturz?
Die Antwort lieferte das Unternehmen selbst am späten Mittwochabend: Eine radikale Neuausrichtung, die einem Befreiungsschlag gleichkommen soll – aber zunächst vor allem brutal ist. Sechs Projekte werden komplett gestrichen, sieben weitere Titel verschoben. Unter den gestrichenen Spielen befinden sich nicht nur vier bisher unveröffentlichte Titel und ein Mobile-Projekt, sondern auch das mit Spannung erwartete Remake von „Prince of Persia: The Sands of Time“.
Die Rechnung: Eine Milliarde Verlust
Die finanziellen Dimensionen dieser Umstrukturierung sind gewaltig. Für das Geschäftsjahr 2025/26 rechnet Ubisoft mit einem operativen Verlust von rund einer Milliarde Euro. Der Nettoumsatz soll bei nur noch 1,5 Milliarden Euro liegen – das entspricht einem Bruttomargenrückgang von etwa 330 Millionen Euro gegenüber der ursprünglichen Prognose.
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Bernstein-Analysten sprechen von einer „verheerenden Gewinnwarnung in einer langen Reihe von katastrophalen Fehlentwicklungen“. Tatsächlich kämpft Ubisoft seit Jahren mit Produktverzögerungen und enttäuschenden Verkaufszahlen. Der Free Cashflow soll zwischen minus 400 und minus 500 Millionen Euro landen.
Studios werden geschlossen
Doch damit nicht genug: Ubisoft schließt mehrere Studios. Bereits erfolgt ist die Schließung der Standorte in Halifax und Stockholm. Weitere Umstrukturierungen laufen in Abu Dhabi, bei RedLynx und Massive. Das Sparprogramm wird massiv verschärft – zusätzliche 200 Millionen Euro sollen in den nächsten zwei Jahren eingespart werden.
Insgesamt will CEO Yves Guillemot die Fixkosten bis März 2028 um rund 500 Millionen Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2022/23 senken. Die Kosten sollen dann nur noch bei etwa 1,25 Milliarden Euro liegen – runter von 1,75 Milliarden.
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Fünf Creative Houses statt Chaos?
Das neue Organisationsmodell setzt auf fünf spezialisierte „Creative Houses“, die jeweils für bestimmte Spielegenres verantwortlich sein sollen. Vantage Studios etwa konzentriert sich auf die größten Franchises wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six. Ein weiteres House fokussiert auf Shooter-Erlebnisse wie The Division und Ghost Recon.
Guillemot spricht von einem „entscheidenden Wendepunkt“ und betont, dass die Maßnahmen notwendig seien, um langfristig hochwertige Spiele zu liefern. Ob die Börse diesem Neustart-Versprechen Glauben schenkt, wird sich zeigen müssen. Für das dritte Quartal 2025/26 meldet das Unternehmen immerhin Net Bookings von rund 330 Millionen Euro – getrieben durch Partnerschaften und einen robusten Backkatalog.
Die Anleger bleiben skeptisch. Zu oft wurde bereits von Neuanfängen gesprochen, zu viele Projekte wurden bereits eingestellt oder verschoben. Der Markt für AAA-Spiele ist selektiver denn je – und Ubisoft kämpft darum, in diesem Umfeld noch mitzuhalten.
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