Der französische Videospiel-Publisher Ubisoft meldet für das dritte Quartal 2025 Net Bookings von 338 Millionen Euro – ein Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 5 Prozent über den Konsenserwartungen von 322 Millionen Euro. Doch Analysten warnen: Die operativen Zahlen seien „von zweitrangiger Bedeutung“ angesichts massiver Refinanzierungsrisiken, die über dem Unternehmen schweben.
Assassin’s Creed rettet das Quartal
Die Überperformance im dritten Quartal ist hauptsächlich Partnerschaften und der Assassin’s Creed-Franchise zu verdanken. Die Session Days der beliebten Action-Reihe stiegen um 28 Prozent im Jahresvergleich, mit zweistelligem Wachstum bei aktiven Nutzern. Der Launch von Assassin’s Creed Shadows auf Switch 2 und Updates für AC Mirage trugen wesentlich zur positiven Entwicklung bei.
Allerdings: Ohne Lizenzdeals wären die Net Bookings leicht rückläufig gewesen, wie CFO Frédérick auf Analystennachfrage einräumte. Das Back-Catalog-Geschäft – Spiele, die nicht neu auf den Markt kamen – machte 297 Millionen Euro aus, was 88 Prozent der gesamten Quartalsbuchungen entspricht. In Abwesenheit großer Neuveröffentlichungen musste Ubisoft auf alte Titel setzen.
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Liquiditätsfrage rückt in den Fokus
Kepler Cheuvreux behält sein „Reduce“-Rating mit einem Kursziel von 5 Euro bei. Die Analysten sehen die Bilanzprobleme als „zentrale Fragestellung“ – eine Anleihe über 675 Millionen Euro, die 2027 fällig wird, sowie eine Put-Option auf die 470-Millionen-Euro-OCEANE 2028, die ab November 2026 ausgeübt werden kann, bereiten Sorgen.
Ubisoft bestätigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2026: Net Bookings von rund 1,5 Milliarden Euro werden erwartet, allerdings bei einem non-IFRS EBIT von etwa minus 1 Milliarde Euro und einem negativen Free Cashflow zwischen minus 400 und minus 500 Millionen Euro. Das Management gibt an, „einige hundert Millionen Euro“ zu benötigen, um das Geschäft zu betreiben. Die konsolidierte Cash-Position Ende März 2026 wird auf 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro geschätzt – vollständig verfügbar für den Schuldendienst.
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Transformation läuft, aber Unsicherheit bleibt
Parallel zu den Finanzzahlen macht Ubisoft Fortschritte bei der im Januar angekündigten Umstrukturierung. Die Zuordnung der Studios zu den neuen Creative Houses ist abgeschlossen, wichtige Führungspositionen sollen ab März besetzt werden – auch mit externen Branchenveteranen. Vantage Studios, das Joint Venture mit Tencent, ist seit Oktober operativ. Die 1,16 Milliarden Euro aus der Tencent-Transaktion haben die Bilanz zwar gestärkt, doch Morgan Stanley bleibt bei seinem „Equal-Weight“-Rating mit Kursziel 5,10 Euro: „Erhebliche Unsicherheiten bei der Umsetzung und Effektivität der neuen Betriebsstruktur“ bestehen fort.
Für das vierte Quartal stehen Rainbow Six Mobile – mit bereits 18 Millionen Voranmeldungen – und The Division Resurgence auf dem Veröffentlichungsplan. Rainbow Six Mobile erscheint am 23. Februar 2026 weltweit. Ob diese Titel ausreichen, um die angepeilten 1,5 Milliarden Euro Jahresumsatz zu erreichen, bleibt abzuwarten. Das implizierte Guidance für das vierte Quartal liegt bei 395 Millionen Euro – ein Rückgang von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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