Bern schickt der größten Schweizer Bank eine teure Rechnung. Der Bundesrat hat am 22. April seine finale Kapitaladäquanzverordnung verabschiedet — und hält daran fest, dass UBS rund 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kernkapital aufbauen soll. Die Bank nennt das Paket „extrem“. Der Konflikt ist noch lange nicht entschieden.
Was Bern konkret fordert
Der Kern des Streits: Investitionen in ausländische Tochtergesellschaften sollen vollständig vom CET1-Kernkapital der UBS AG abgezogen werden. Die Umsetzung verläuft gestaffelt über sieben Jahre. Im ersten Jahr beträgt der Abzug 65 Prozent, danach steigt er jährlich um fünf Prozentpunkte — bis zur vollen Unterlegung.
UBS beziffert die Gesamtbelastung auf etwa 22 Milliarden Dollar. Davon entfallen rund 20 Milliarden auf den Abzug für ausländische Beteiligungen. Weitere 2 Milliarden ergeben sich aus den übrigen Änderungen der Kapitalverordnung.
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Die Bank lehnt das Paket entschieden ab. In einer Stellungnahme kritisiert UBS fehlende internationale Abstimmung und wirft dem Bundesrat vor, die Einwände der meisten Konsultationsteilnehmer ignoriert zu haben.
Parlament hat das letzte Wort — vorerst
Die Verordnung selbst kann der Bundesrat allein beschließen. Das geplante Gesetz zur Kapitalunterlegung ausländischer Einheiten braucht jedoch parlamentarische Zustimmung. Die erste Ausschussberatung findet am 4. Mai statt. Eine endgültige Abstimmung könnte bis Mitte 2026 folgen, die Umsetzung würde frühestens 2027 greifen.
Der parlamentarische Prozess lässt Spielraum — in beide Richtungen. Verschärfungen sind ebenso möglich wie Abmilderungen.
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Q1-Zahlen am Mittwoch
Parallel läuft die operative Berichtssaison. Am 29. April präsentiert UBS seine Ergebnisse für das erste Quartal. CEO Sergio Ermotti und CFO Todd Tuckner werden die Zahlen ab 6.45 Uhr MESZ vorstellen. Das Management dürfte dabei auch zur Regulierungsfrage Stellung nehmen — die Bank hatte angekündigt, spätestens zum Q1-Bericht weitere Kommentare abzugeben.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt UBS eine Eigenkapitalrendite von rund 15 Prozent als Jahresend-Exit-Rate an. Wie glaubwürdig dieses Ziel unter dem Druck zusätzlicher Kapitalanforderungen wirkt, wird der Markt am Mittwoch neu einpreisen.
Die Aktie notiert bei 35,29 Euro — knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 35,07 Euro. Seit Jahresanfang steht ein Minus von rund 12 Prozent zu Buche. Der Quartalsbericht wird zeigen, ob die operative Stärke nach der Credit-Suisse-Integration diesen Gegenwind abfedern kann.
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