Jetzt hat der Streit um schärfere Eigenkapitalregeln eine konkrete Zahl bekommen. Die UBS bezifferte den Zusatzaufwand aus dem Kompromissvorschlag der Ständeratskommission auf rund 13 Milliarden Dollar an zusätzlichem Tier-1-Kapital. Für eine Bank, die sich monatelang gegen strengere Vorgaben gestemmt hat, ist das eine schmerzhafte Hausnummer.
Kompromiss mit Preisschild
Die Wirtschaftskommission des Ständerates (WAK-S) hatte am Montag ihren eigenen Weg vorgeschlagen, um das Too-big-to-fail-Regelwerk nach dem Credit-Suisse-Kollaps von 2023 zu verschärfen.
Statt der vom Bundesrat geforderten vollständigen Unterlegung von Auslandbeteiligungen mit hartem Kernkapital soll nur die Hälfte davon so gedeckt werden müssen. Die restlichen 50 Prozent könnten über AT1-Anleihen abgedeckt werden — allerdings in einer Form, die früher greift als die AT1-Papiere, die bei der Credit-Suisse-Rettung wertlos wurden.
Kommissionspräsident Erich Ettlin nannte den Vorschlag ausdrücklich kein Geschenk an die Bank. Die Beschaffung der AT1-Anleihen koste Geld, wie teuer es werde, blieb zunächst offen. Mit der eigenen Schätzung von 13 Milliarden Dollar liefert die UBS nun die Zahl, die die Kommission selbst nicht nennen wollte oder konnte.
Der Markt reagierte prompt: Die Aktie gab im Verlauf des Handels an der Schweizer Börse SIX zeitweise mehr als zwei Prozent nach. Für eine Regulierungsdebatte, die schon seit Monaten läuft, ist das keine überraschende Reaktion — aber sie zeigt, wie genau Anleger jede neue Zahl in dieser Auseinandersetzung verfolgen.
Bank bleibt in der Defensive
Auffällig ist der Ton der Bank selbst: Sie würdigt die Arbeit der Kommission, lehnt den konkreten Antrag aber ab. Diese Doppelbotschaft passt zur bisherigen Linie der UBS, die sich gegen die ursprüngliche Bundesratsvariante mit hundertprozentiger Kapitalunterlegung heftig gewehrt hatte. Der jetzige Kompromiss fällt für die Bank günstiger aus als der ursprüngliche Vorschlag — trotzdem bleibt ein Kostenblock, der sich nun in Milliarden bemisst.
Der Ständerat dürfte sich als nächstes mit dem Kommissionsantrag befassen. Bis eine endgültige Gesetzesfassung vorliegt, bleibt die Zahl von 13 Milliarden Dollar die zentrale Bezugsgröße, an der sich Anleger und Bank in den kommenden Wochen orientieren werden.
UBS-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue UBS-Analyse vom 1. September liefert die Antwort:
Die neusten UBS-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für UBS-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
UBS: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

