Die Debatte um die regulatorische Zukunft der UBS spitzt sich zu. Laut einem Bericht von Bloomberg wägt das Geldhaus ab, ob es trotz spürbar schärferer Kapitalvorschriften in der Schweiz verbleibt oder Optionen für eine Verlagerung prüft.

Auslöser der Diskussionen ist ein Beschluss des Schweizer Ständerats von vor gut einer Woche, nach dem systemrelevante Institute ihre ausländischen Beteiligungen künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen sollen. Den daraus resultierenden zusätzlichen CET1-Bedarf beziffert die Großbank auf rund 16 Milliarden US-Dollar.

Politischer Zeitplan und verhaltene Analysten

Die politische Entscheidung ist damit allerdings noch nicht gefallen. Der Entwurf geht als Nächstes an den Nationalrat. Die zuständige Nationalratskommission für Wirtschaft und Abgaben soll die Vorlage am 26. und 27. Oktober beraten.

Am Kapitalmarkt sorgt die regulatorische Hängepartie für Zurückhaltung. RBC Capital Markets beließ die Einstufung für die Aktie am 28. September auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 44 CHF. Analystin Anke Reingen begründete ihre Einschätzung mit den verschärften Eigenmittelvorgaben sowie gesunkenen Erwartungen an das operative Geschäft im dritten Quartal.

Investorendruck und Spekulationen um Zusammenschlüsse

Gleichzeitig wächst der Druck aus den Reihen der Anteilseigner. Die Investmentgesellschaft Artisan Partners forderte den Verwaltungsrat in einem Schreiben auf, das Land wegen der geplanten Eigenkapitalregeln zu verlassen. Das Bankhaus wies entsprechende Forderungen zurück und bekräftigte das Ziel, weiterhin als globales Institut von der Schweiz aus zu operieren.

Zusätzliche Unruhe brachten Fusionsgerüchte in den Markt. Medienberichten zufolge signalisierten mindestens acht ausländische Banken Interesse an einem Zusammenschluss mit dem Zürcher Institut. Die Konzernführung gab zu diesen Spekulationen keine Stellungnahme ab.

Kurs konsolidiert vor den Oktober-Terminen

An den Märkten schlagen sich die Unsicherheiten über die künftige Kapitalstruktur nieder. Das Papier beendete den Handel am Freitag bei 42,39 Euro. Über die vergangenen sieben Tage summiert sich das Minus auf 2,7 Prozent. Erst mit den Beratungen der Nationalratskommission Ende Oktober zeichnet sich ab, ob die Politik den strengen Vorgaben folgt oder Anpassungen vornimmt.