Die Schweizer Großbank UBS festigt ihre Marktstellung im Zuge der fortschreitenden Integration der Credit Suisse. Mit einem robusten Gewinnwachstum im abgelaufenen Quartal und einer beschleunigten technischen Zusammenführung der beiden Institute liefert der Konzern fundamentale Argumente für die Kursentwicklung. Investoren konzentrieren sich dabei zunehmend auf die operativen Fortschritte und die angekündigten Kapitalrückführungen an die Aktionäre.
Deutliches Gewinnplus und Kapitalrückführungen
Die am 29. Juli vorgelegten Ergebnisse für das zweite Quartal unterstreichen die aktuelle Dynamik. Der Reingewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden US-Dollar.
Besonders kräftig wuchsen die Erträge in der Investment Bank mit einem Plus von 31 Prozent, während der Bereich Aktienhandel sogar um 53 Prozent zulegte. Im Kerngeschäft Global Wealth Management verzeichnete die Bank im selben Zeitraum Nettoneuzuflüsse von 36 Milliarden US-Dollar.
Auf Basis dieser stabilen Geschäftsentwicklung startete die UBS am 30. Juli ein neues Aktienrückkaufprogramm. Bis zum Sommer 2028 plant das Institut, eigene Papiere im Wert von bis zu 3 Milliarden US-Dollar zurückzuerwerben. Dies entspricht nach Unternehmensangaben etwa 57,4 Millionen Aktien oder rund 1,75 Prozent des gesamten Aktienkapitals.
Integration der Credit Suisse erreicht Meilensteine
Parallel zum operativen Tagesgeschäft macht die UBS Fortschritte bei der Eingliederung der übernommenen Credit Suisse. Laut Unternehmensangaben vom 30. Juni konnten bereits mehr als 90 Prozent der ehemals genutzten Anwendungen außer Betrieb genommen werden. Rund 70 Prozent dieser Systeme wurden bereits vollständig abgeschaltet.
Das Management hält an dem Ziel fest, die technische Integration bis zum Ende des Jahres 2026 weitgehend abzuschließen. Diese Effizienzsteigerungen spiegeln sich bereits in der bereinigten Eigenkapitalrendite (RoCET1) wider, die im zweiten Quartal ein Niveau von 16,4 Prozent erreichte. Auch die Ertragsseite im Wealth Management profitierte mit einem Zuwachs von 23 Prozent bei den transaktionsbasierten Erträgen von der Zusammenführung.
Analysten heben Kursziele an
Die jüngsten Entwicklungen werden am Markt positiv bewertet. RBC Capital Markets hob am 5. August das Kursziel für den Titel von 40 auf 44 Schweizer Franken an und bekräftigte die Einstufung auf „Outperform“. Als Begründung führten die Experten die stabilen Kapitalmarktbedingungen sowie die strukturellen Fortschritte bei der Bankenfusion an.
Die Aktie verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus von 14 Prozent. Zum Handelsschluss am Freitag notierte der Wert bei 45,41 Euro und liegt damit knapp 0,1 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 45,35 Euro.
Blick auf die kommenden Monate
Frühere regulatorische Herausforderungen scheinen vom Markt weitgehend verarbeitet. Dazu zählen etwa die am 3. August gemeldeten Strafzahlungen von rund 173 Millionen US-Dollar, welche die US-Behörden SEC und FINRA aufgrund von Mängeln bei der Geldwäsche-Prävention im Zeitraum von 2019 bis 2023 verhängt hatten.
Der Fokus der Anleger richtet sich nun auf die langfristige Profitabilität nach Abschluss der Integrationsphase. Die nächsten wichtigen Impulse erwarten Marktbeobachter für den 28. Oktober, wenn die UBS ihren Bericht zum dritten Quartal 2026 vorlegen wird.
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