Die Forderung kommt nicht mehr von einem Einzelnen. Nach Cevian Capital drängt mit Artisan Partners ein zweiter wichtiger UBS-Investor die Bank, die Schweiz zu verlassen, bevor die neuen Kapitalanforderungen greifen.
Brief an den Verwaltungsrat
Artisan schrieb am Mittwoch an den Verwaltungsrat. Die steigenden Kapitalanforderungen machten die Schweiz zu keinem attraktiven oder wünschenswerten Standort mehr, heißt es darin. Einen zwingenden Grund, warum die Bank ein Schweizer Unternehmen bleiben solle, sehe man nicht.
Die Wortwahl ist deutlich. Die zusätzlichen Kosten seien „übertrieben, eine Strafe und unnötig“. Der Verwaltungsrat solle angesichts der „düsteren Realität“ handeln und sich von einem Land und einer regulatorischen Struktur trennen, die der Bank „keine echte Wahl“ ließen.
Artisan verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 60 Millionen UBS-Aktien, rund 2 Prozent aller Anteilsscheine. Das Gewicht des Investors ist also spürbar, wenn auch kein Mehrheitsblock.
Cevian hatte vorgelegt
Zuvor hatte bereits Cevian Capital argumentiert, es sei unter den vorgeschlagenen Vorschriften nicht praktikabel, eine große internationale Bank aus der Schweiz heraus zu führen. Zwei Aktionäre mit derselben Botschaft erhöhen den Druck auf das Management.
Die UBS hält dagegen. Ihr Ziel bleibe, eine globale Bank aus der Schweiz heraus zu betreiben. Man arbeite weiter auf ein besseres Ergebnis bei den Kapitalregeln hin.
Aktie gibt nach
An der Schweizer Börse SIX rutschte die Aktie zeitweise um 2,46 Prozent auf 39,26 Franken ab. Die Reaktion fällt moderat aus. Ein Wegzug wäre eine Entscheidung mit enormer Tragweite, und die Bank hat sich öffentlich klar gegen diesen Schritt positioniert.
Zunächst steht damit die Auseinandersetzung um die Ausgestaltung der Kapitalvorschriften im Mittelpunkt. Je näher deren Inkrafttreten rückt, desto lauter dürfte der Ruf der Großaktionäre nach Konsequenzen werden.
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