Die UBS räumt auf — auf zwei Fronten gleichzeitig. Die Schweizer Großbank hat im asiatischen Prime-Brokerage-Geschäft eine Kundenbeziehung beendet und parallel einen 14 Jahre alten US-Rechtsstreit beigelegt.

Trennung vor dem Sturm

Im Mittelpunkt steht die Beendigung der Prime-Brokerage-Dienstleistungen für den Hongkonger Hedgefonds Infini Capital Management. Bemerkenswert ist das Timing: Die UBS zog sich bereits Monate zurück, bevor die Hongkonger Finanzaufsicht ihre Ermittlungen wegen mutmaßlichen Insiderhandels im Volumen von umgerechnet rund 40 Millionen US-Dollar öffentlich machte. Noch im März des Vorjahres war die Bank in Dokumenten der US-Börsenaufsicht offiziell als Prime Broker des Fonds gelistet. Auch eine weitere amerikanische Großbank trennte sich frühzeitig von dem Fondsunternehmen.

Vergleich nach 14 Jahren

Gleichzeitig nähert sich ein langjähriger Rechtsstreit seinem Ende. Der frühere Anleihenstratege Trevor Murray hatte die UBS verklagt, weil er nach internen Hinweisen auf unzulässige Einflussnahmen bei Analyseberichten entlassen worden sein soll. Der Fall zog sich durch mehrere Instanzen bis zum US Supreme Court. Nun bestätigten die Anwälte der Bank vor einem Bundesgericht die bevorstehende Finalisierung eines Vergleichs.

Beide Entwicklungen spiegeln eine erkennbare Strategie wider: Rechts- und Reputationsrisiken konsequent abbauen, bevor sie sich zu echten Belastungen entwickeln. An der Börse hat die Aktie zuletzt Federn gelassen — mit rund 20 Prozent Abstand zum Jahreshoch Anfang 2026 notiert der Titel deutlich unter seinen jüngsten Höchstständen. Ob die Bereinigung der Altlasten mittelfristig als Kurstreiber wirkt, hängt vor allem davon ab, wie schnell das operative Geschäft wieder stärker in den Vordergrund rückt.