Am 1. Oktober wandte sich die US-Investmentgesellschaft Artisan Partners mit einer weitreichenden Forderung an den Verwaltungsrat der UBS. Laut der Nachrichtenagentur Reuters regte der Investor an, einen Wegzug aus der Schweiz zu prüfen. Als Grund nannte die Gesellschaft die drohende Verschärfung der nationalen Eigenkapitalvorschriften für die verbliebene Großbank des Landes.
Regulatorischer Streit um Liquiditätsgebühren
Hintergrund der Debatte sind die anhaltenden politischen Beratungen über die künftige Bankenregulierung. Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben der zweiten Kammer des Schweizer Parlaments sprach sich für eine Vorausgebühr beim Zugang zum geplanten öffentlichen Liquiditäts-Backstop aus.
Die Sonderabgabe soll nach dem Willen der Parlamentarier auf systemrelevante Institute mit bedeutendem Auslandsgeschäft begrenzt werden. Nach Einschätzung der Kommission erfüllt ausschließlich die UBS dieses Kriterium. Bei den Detailvorgaben beschloss das Gremium mit sechs zu fünf Stimmen bei einer Enthaltung, einen Bemessungsgrundsatz von maximal einem Basispunkt im Gesetz zu verankern.
Umbau und Rückzug aus Randbereichen
Abseits der politischen Diskussionen ordnet das Institut seine Konzernstrukturen neu. Am 6. Oktober vereinbarte die Bank, die frühere Credit-Suisse-Fondsadministration in der Schweiz und Luxemburg an Northern Trust zu übertragen. Die UBS erklärte dazu, sich vollständig aus dem Geschäftsfeld der Fondsadministration zurückzuziehen.
Der Vollzug der Transaktion wird nach Unternehmensangaben vorbehaltlich aller behördlichen Zustimmungen im zweiten Quartal 2027 erwartet. Für Management-Company-Dienstleistungen in Luxemburg wählte die Großbank Universal Investment als bevorzugten Partner.
Analystenlob vor den Quartalszahlen
An den Finanzmärkten trifft die operative Neuausrichtung weiterhin auf Zuspruch. Analyst Benjamin Goy von Deutsche Bank Research passte am 7. Oktober seine Bewertung an und hob das Kursziel von 45 auf 47 Franken an. Seine Einstufung beließ er auf „Buy“. Goy begründete seinen Schritt mit einem erwarteten Zuwachs beim Vorsteuergewinn im dritten Quartal sowie mittelfristigen Vorteilen für die Eigenkapitalrendite nach dem Abschluss der Integration.
An der Börse notiert die Aktie heute mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 42,31 Euro. Mit diesem Niveau behauptet sich der Wert über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 40,83 Euro. Konkrete Einblicke in die operative Entwicklung stehen bereits fest im Kalender: Am 28. Oktober 2026 wird das Kreditinstitut die Bilanz für das dritte Quartal präsentieren.
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