Die Schweizer Großbank UBS treibt ihre Bilanzoptimierung mit großen Schritten voran. Nachdem das Institut am Freitag das Volumen für den Rückkauf eigener Schuldpapiere deutlich ausgeweitet hat, steht für den morgigen Montag bereits die Abwicklung der Transaktion an. Parallel dazu korrigiert das Geldhaus seine Strategie im Fernosten und stellt eine spezialisierte digitale Vertriebseinheit für den chinesischen Markt ein.
Rekordnachfrage bei Anleihen-Tender-Offerte
Im Rahmen des aktiven Liquiditätsmanagements hat die UBS das maximale Rückkaufvolumen ihrer Bar-Tender-Offerte für neun ausstehende Serien von Schuldpapieren massiv erhöht. Statt der ursprünglich geplanten 4 Milliarden US-Dollar wird das Volumen nun auf 5,85 Milliarden US-Dollar aufgestockt.
Die Resonanz der Gläubiger übertraf die Erwartungen deutlich: Bis zum Ablauf der Frist am vergangenen Donnerstag wurden insgesamt Anleihen im Nominalwert von 7,93 Milliarden US-Dollar für den Rückkauf angedient.
Das Institut hat bereits die entsprechenden Referenzrenditen und die Gesamtvergütung für die betroffenen Papiere festgesetzt. Das Settlement, also der endgültige Vollzug des Rückkaufs, ist für den morgigen Montag, den 14. September, vorgesehen. Flankiert wird diese Maßnahme durch angekündigte vorzeitige Tilgungen weiterer Senior-Notes in US-Dollar und Britischen Pfund, die für den 17. September geplant sind.
Strategische Korrektur in Shenzhen
Neben den bilanziellen Maßnahmen sorgt eine Neuausrichtung im asiatischen Raum für Aufmerksamkeit. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wird die UBS ihre China-Fondsvertriebseinheit bis Ende September schließen.
Die erst im Jahr 2022 in Shenzhen gestartete Plattform WE.UBS war darauf ausgelegt, wohlhabende chinesische Kunden über digitale Wege anzusprechen. Dieser Rückzug markiert eine Zäsur in der regionalen Digitalstrategie, während die Bank gleichzeitig mit regulatorischen Rahmenbedingungen im Heimatmarkt ringt.
Anfang September hatte die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter die parlamentarischen Bestrebungen zur Abschwächung strengerer Kapitalregeln kritisiert. Innerhalb der Bank wird die aktuelle politische Vorlage weiterhin als unzureichend betrachtet, da das Institut Medienberichten zufolge mit einem erheblichen zusätzlichen Kapitalbedarf rechnet, um die regulatorischen Anforderungen künftig zu erfüllen.
Analysten sehen Aufwärtspotenzial
Die operative Dynamik spiegelt sich auch in den jüngsten Bewertungen der Analysehäuser wider. Die Analysten von JPMorgan haben ihr Kursziel für die Aktie am vergangenen Dienstag von 46 auf 50 Schweizer Franken angehoben. Das Haus begründete dies mit einer Bestätigung der Einstufung auf „Overweight“.
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt robust. Der Schlusskurs am Freitag lag bei 47,24 €, was einem Tagesplus von 1,6 % entspricht. Damit notiert der Wert rund 2,0 % über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 46,33 €. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie einen Wertzuwachs von 19 % verzeichnen, womit sie sich weiterhin in einem langfristigen Aufwärtstrend behauptet.
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