Die UBS liefert im dritten Quartal solide Zahlen. Doch die politische Debatte über die Eigenkapitalregeln in der Schweiz bleibt das beherrschende Thema, und Konzernchef Sergio Ermotti nutzt die Zahlen für einen deutlichen Appell an das Parlament.

Gewinn steigt, Integration fast abgeschlossen

Der Nettogewinn lag bei 2,69 Milliarden Dollar, ein Plus von acht Prozent zum Vorjahr. Vor Steuern verdiente die Bank 3,6 Milliarden Dollar, bereinigt waren es 4,1 Milliarden. Die Rendite auf das harte Kernkapital erreichte 14,8 Prozent, bereinigt 16,7 Prozent. Es war das sechste Quartal in Folge mit positivem operativem Hebel.

Treiber waren die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking. In der Vermögensverwaltung stiegen die bereinigten Erträge um acht Prozent, die Nettoneugelder beliefen sich auf 55,1 Milliarden Dollar, vor allem aus Asien-Pazifik und Amerika. Der Handel mit Aktien legte um 22 Prozent zu und trug maßgeblich zum Rekord im dritten Quartal der Investmentbank bei.

Bei der Integration der Credit Suisse nähert sich die UBS dem Ziel. Fast alle relevanten Altanwendungen sind abgeschaltet, rund 90 Prozent bereits vollständig stillgelegt. Die Bank erwartet nun Bruttokosteneinsparungen von etwa 13,7 Milliarden Dollar bis Ende 2026, nach zuvor angepeilten 13,5 Milliarden.

Kapital und Rückkäufe

Die harte Kernkapitalquote stieg auf 14,7 Prozent und liegt damit über der eigenen Zielmarke von rund 14 Prozent. Im Quartal kaufte die UBS Aktien für 1,8 Milliarden Dollar zurück.

Das Programm über drei Milliarden Dollar will sie bis zur Vorlage der Zahlen für das vierte Quartal abschließen. Tempo und Umfang hängen allerdings von der Ertragslage und von den Beratungen des Parlaments über die Kapitalisierung ausländischer Tochtergesellschaften ab.

Ermotti hofft auf eine Lösung, die die Finanzstabilität sichert, ohne Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter unangemessen zu belasten oder die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen. Die Dividende soll weiter im mittleren zweistelligen Prozentbereich wachsen.

Nicht alles lief rund. Die Vermögensverwaltungssparte Asset Management verzeichnete Netto-Abflüsse von 5,1 Milliarden Dollar, und die Konzernposten belasteten das Ergebnis mit einem Verlust von 740 Millionen Dollar. Grund waren vor allem der Rückkauf alter Credit-Suisse-Anleihen und Bewertungsverluste aus Absicherungen.

Ausblick auf das Schlussquartal

Für das vierte Quartal rechnet das Management mit der üblichen saisonalen Beruhigung der Handelsvolumen. Im Handel könnte der starke Vorjahreswert, der einen Veräußerungsgewinn enthielt, den Vergleich belasten. Im Firmenkundengeschäft der Investmentbank erwartet die Bank steigende Erträge, im Zinsüberschuss der Vermögensverwaltung ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Die Kapitalrückgabe für 2027 will die UBS gemeinsam mit den Jahreszahlen im Februar 2027 vorstellen.