Im Streit um schärfere Eigenkapitalvorschriften bekommt die UBS Rückendeckung aus der Zürcher Politik. Prominente Freisinnige stellen sich gegen die Linie des Ständerats und machen sich für mildere Auflagen stark.

FDP-Spitze schreibt nach Bern

Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh und der Zürcher FDP-Präsident Filippo Leutenegger haben sich in einem Brief an die nationalen FDP-Politiker gewandt. Sie fordern weniger strenge Vorschriften. Die vom Ständerat beschlossenen Kapitalanforderungen bezeichnen sie als «viel zu» hart.

Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte um die Kapitalausstattung der Grossbank in Bern an Schärfe gewinnt. Für den Finanzplatz Zürich steht viel auf dem Spiel, entsprechend deutlich fällt die Positionierung der lokalen Parteispitze aus. Ob sie die nationale Fraktion beeinflusst, ist offen.

Grosse Positionen bei Azelis

Parallel dazu meldet der belgische Spezialchemie-Händler Azelis eine Stimmrechtsmitteilung. Die UBS-Gruppe hat am 6. Oktober die Schwelle von drei Prozent überschritten. Sie hält nun 3,01 Prozent der Stimmrechte, gemeint sind Aktien und gleichgestellte Finanzinstrumente zusammen.

Der Großteil entfällt dabei nicht auf direkt gehaltene Aktien. Diese machen nur 0,38 Prozent aus. Den Rest bilden vor allem Nutzungsrechte an Aktien, Rückrufrechte auf verliehene Papiere und Kaufoptionen. Solche Meldungen sind bei einer Bank dieser Größe Routine und sagen wenig über eine strategische Absicht aus.

Kunstmarkt-Studie als Imagepflege

Daneben hat die UBS gemeinsam mit Art Basel ihre jährliche Sammlerumfrage vorgelegt. Befragt wurden 3.100 vermögende Privatpersonen in zehn Märkten. Die Generation Z gab demnach 2025 und im ersten Halbjahr 2026 mehr als doppelt so viel für Kunst aus wie ältere Gruppen.

UBS-Chefökonom Paul Donovan sieht darin einen Beleg für den laufenden globalen Vermögenstransfer. Für die Bank, die per Ende des zweiten Quartals 2026 rund 7,3 Billionen Dollar an Vermögen verwaltet, ist das ein passendes Thema: Die nächste Generation vermögender Kunden rückt in den Fokus der Vermögensverwaltung.

Kursrelevant ist die Studie kaum. Entscheidend bleibt für die Aktie die Kapitalfrage, die nun auch in der Zürcher FDP für Streit sorgt und im weiteren parlamentarischen Verfahren entschieden wird.