UBS Aktie: Millionen Aktien vernichtet

Die UBS vernichtet 64 Millionen eigene Aktien und erhält zugleich Hoffnung auf geringere Kapitalanforderungen durch eine neue Schweizer Verordnung. Die Bank wehrt sich weiter gegen strenge Vorgaben für Auslandstöchter.

UBS Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktienrückkauf und Dividendenausschüttung abgeschlossen
  • Neue Verordnung könnte Kapitalbedarf senken
  • Streit um Eigenkapital für Auslandstöchter hält an
  • US-Geschäft erhält nationale Banklizenz

Heute ist der letzte Handelstag für die UBS-Dividende. Aktionäre sichern sich einen Aufschlag von 22 Prozent auf 1,10 US-Dollar je Aktie. Im gleichen Schritt verkleinert die Bank ihre Kapitalbasis drastisch. Das Management vernichtet rund 64 Millionen zurückgekaufte Papiere.

Der Blick nach Bern

Unmittelbar nach dem Dividenden-Stichtag richtet sich der Fokus auf die Schweizer Politik. Der Bundesrat veröffentlicht voraussichtlich Ende April eine neue Verordnung zu immateriellen Kapitalbestandteilen. Dieses Papier legt fest, welche Vermögenswerte die Bank aus ihrem harten Kernkapital streichen muss.

Die Bank rechnete bisher mit einer massiven Belastung. Rund drei Milliarden US-Dollar an frischem Kapital schienen für die Schweizer Einheit nötig. Analysten der Bank of America sehen die Lage nun entspannter. Sie erwarten eine Anrechnung latenter Steueransprüche bis zu einer Grenze von zehn Prozent.

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Die Lücke schrumpft

Tritt dieses Szenario ein, sinkt der Kapitalbedarf der UBS spürbar. Die Experten schätzen die Belastung dann auf 6,2 Milliarden US-Dollar. Zuvor standen 10,8 Milliarden US-Dollar im Raum. Kurz gesagt: eine deutliche Erleichterung.

Das eigentliche strukturelle Problem bleibt bestehen. Die Regierung fordert weiterhin eine vollständige Eigenkapitalunterlegung für ausländische Tochtergesellschaften. Die Bank lehnt diese Vorgabe vehement ab. Laut eigenen Berechnungen treibt das die Kapitalanforderungen um 22 Milliarden US-Dollar in die Höhe.

Signale der Entspannung

Verschiedene Wirtschaftsverbände und Abgeordnete plädieren für eine Angleichung an internationale Standards. Die UBS könnte ihre Software dadurch über drei Jahre abschreiben. Dies entspräche den geltenden EU-Regeln. Auch bei den latenten Steuern rückt eine Anpassung an globale Normen näher.

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Während die Schweizer Politik debattiert, treibt der Konzern sein US-Geschäft voran. Im März erhielt die UBS Bank USA eine nationale Banklizenz. Damit operiert sie als erstes Schweizer Institut mit diesem Status in den Vereinigten Staaten.

Zahlen und Ausblick

Operativ läuft das Geschäft auf Hochtouren. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete die Bank einen Nettogewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar. Die verwalteten Vermögen kletterten über die Marke von sieben Billionen US-Dollar.

Die anstehenden Quartalszahlen im April liefern das nächste fundamentale Update. Am 4. Mai debattiert das Schweizer Parlament dann über das Gesetz zu den Auslandstöchtern. Fällt die Entscheidung zugunsten der strengen Variante aus, droht der Bank eine jahrelange Belastung der Kapitaldecke.

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Über Dieter Jaworski 3320 Artikel

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Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

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