UBS Aktie: Regierungsstreit bremst

Die UBS erzielt einen operativen Rekordgewinn, sieht sich aber durch verschärfte Schweizer Kapitalvorschriften belastet, was den Aktienkurs deutlich belastet.

UBS Aktie
Kurz & knapp:
  • Rekordgewinn von 7,8 Milliarden Dollar im Jahr 2025
  • Regulatorische Forderungen nach 26 Milliarden Dollar mehr Kapital
  • Verwaltungsrat wird mit Top-Neuzugängen verstärkt
  • Integration der Credit Suisse schreitet planmäßig voran

Die UBS Group hat 2025 einen Rekordgewinn von 7,8 Milliarden Dollar eingefahren – ein Plus von 53 Prozent. Die verwalteten Vermögen durchbrachen erstmals die Marke von 7 Billionen Dollar. Doch die Aktie verliert seit Jahresbeginn 17 Prozent. Der Grund: Ein eskalierender Konflikt mit der Schweizer Regierung über drastisch verschärfte Kapitalanforderungen überschattet die operative Stärke.

26 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital gefordert

Das Schweizer Finanzministerium will die Bank nach der Übernahme der Credit Suisse 2023 strenger regulieren. Die vorgeschlagenen Regeln könnten UBS verpflichten, rund 26 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kernkapital zu halten. Konkret soll die Anforderung, Kapital für ausländische Tochtergesellschaften zu hinterlegen, von 60 auf 100 Prozent steigen.

UBS wehrt sich vehement. Die Bank bezeichnet die Forderung als unverhältnismäßig und warnt vor einer Schwächung der Schweizer Wirtschaft. Der Ton zwischen CEO Sergio Ermotti und Bern wird rauer. Parlamentarier forderten gegenüber der Financial Times, Ermotti solle sein öffentliches Profil und seine Lobbying-Aktivitäten zurückfahren – diese seien „nicht hilfreich“.

Strategische Verstärkung im Verwaltungsrat

Die Bank rüstet sich personell für die Auseinandersetzung. Für die Generalversammlung am 15. April 2026 nominiert UBS zwei hochkarätige Neuzugänge: Agustín Carstens, bis Juni 2025 Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, und Luca Maestri, langjähriger Finanzchef von Apple. Beide bringen erhebliches Gewicht in regulatorischen und strategischen Fragen mit.

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Gleichzeitig scheiden mehrere langjährige Mitglieder aus. William C. Dudley und Jeanette Wong treten nicht mehr zur Wiederwahl an. Vizepräsident Lukas Gähwiler verlässt nach 45 Jahren im Finanzbereich den Verwaltungsrat. Markus Ronner soll als neuer Vizepräsident nachrücken.

CEO-Nachfolge vertagt

Die regulatorische Unsicherheit blockiert auch die Nachfolgeplanung. Laut Medienberichten will der Verwaltungsrat Sergio Ermotti über April 2027 hinaus im Amt halten. Solange die Kapitalfrage ungeklärt sei, könne kein geeigneter Nachfolger gefunden werden. Eine Klärung dürfte sich bis mindestens 2028 hinziehen.

Integration läuft nach Plan

Operativ macht die Bank Fortschritte. Rund 85 Prozent der Schweizer Konten aus der Credit-Suisse-Übernahme wurden migriert. Die kumulierten Kosteneinsparungen erreichten 10,7 Milliarden Dollar, die Synergien wurden auf 13,5 Milliarden Dollar erhöht. Im März 2026 sollen die letzten 100.000 Kundenmigrationsprozesse abgeschlossen werden.

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Der Verwaltungsrat schlägt eine Dividende von 1,10 Dollar je Aktie vor – 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar wurde abgeschlossen. Für 2028 peilt UBS eine Eigenkapitalrendite von rund 18 Prozent und eine Cost-Income-Ratio von etwa 67 Prozent an.

Bewertungsabschlag wegen Politik

UBS macht die regulatorische Unsicherheit für einen Bewertungsabschlag von 27 Prozent gegenüber Konkurrenten verantwortlich. Die Schweiz hatte im April 2024 angekündigt, ihr „Too big to fail“-Bankenregulierungssystem zu überarbeiten. Seither hinkt die Aktie hinterher.

Laut NZZ prüft die Bank strategische Szenarien – vom Verbleib in der Schweiz über einen möglichen Wegzug bis hin zu einer Übernahme durch ein ausländisches Institut. Die Gesetzesvorlage wird im ersten Halbjahr 2026 erarbeitet, das Parlament debattiert in der zweiten Jahreshälfte. Bis das neue Regime voraussichtlich 2029 in Kraft tritt, bleibt die regulatorische Unsicherheit der bestimmende Faktor für den Aktienkurs.

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