Der Schweizer Bankensektor blickt gespannt auf den kommenden Montag. Während die UBS-Aktie im heutigen Handel Kursgewinne verzeichnet, steht das Institut vor einer wegweisenden politischen Weichenstellung bezüglich seiner künftigen Kapitalausstattung. Parallel dazu sorgt eine millionenschwere Transaktion aus den eigenen Reihen der Geschäftsleitung für Aufmerksamkeit am Markt.
Parlament berät über Eigenkapital-Kompromiss
Am Montag, den 31. August, befasst sich die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Ständerats mit den künftigen Eigenkapitalvorschriften für die Grossbank. Im Zentrum der Verhandlungen steht ein Kompromiss über zusätzliche Kapitalanforderungen in Höhe von rund 20 Milliarden US-Dollar (etwa 17,2 Milliarden Euro).
Die UBS-Führung wirbt bereits seit Juni aktiv dafür, diese regulatorischen Vorgaben unter anderem durch sogenannte AT1-Anleihen (Additional Tier 1) erfüllen zu dürfen.
Diese hybriden Anleihen waren nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse in die Kritik geraten. Branchenexperten wie Alexandra Janssen, Chefin von Ecofin, betonen jedoch in aktuellen Stellungnahmen, dass nicht diese Instrumente ursächlich für den Kollaps waren, sondern mangelnde Krisenvorsorge und Liquiditätsengpässe.
Da AT1-Anleihen in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich weiterhin als anrechenbares Kapital gelten, strebt die UBS eine ähnliche Handhabung in der Schweiz an. Eine endgültige gesetzliche Entscheidung wird jedoch frühestens für das Jahr 2026 erwartet.
Management nutzt hohes Kursniveau für Verkäufe
Während die Politik über die langfristige Stabilität debattiert, hat ein Mitglied der UBS-Geschäftsleitung die Gunst der Stunde für eine umfassende Aktientransaktion genutzt. Am heutigen Freitag veräusserte die Führungskraft ein Paket von 50.000 Anteilscheinen.
Der Wert der Transaktion beläuft sich auf rund 2,2 Millionen Schweizer Franken. Es ist nicht der erste Verkauf dieser Art im laufenden Jahr: Bereits im Mai und Anfang August kam es zu nennenswerten Veräusserungen durch das Management in einem Gesamtwert von über 10 Millionen Franken.
Diese Insiderverkäufe fallen in eine Phase extremer Kursstärke. Das Papier notiert derzeit auf dem höchsten Stand seit der Finanzkrise 2007/2008. Analysten beobachten solche Signale aus der Führungsebene genau, da sie oft als Indikator für die kurzfristige Bewertungshöhe interpretiert werden. Dennoch scheint das Vertrauen der Anleger in die Integrationsfortschritte nach der Credit-Suisse-Übernahme bislang zu überwiegen.
Starke Performance seit Jahresbeginn
An der Börse zeigt sich der Wert unbeeindruckt von den regulatorischen Diskussionen. Die Aktie notiert aktuell bei 47,32 € und verbucht damit ein Plus von 1,5 %. Damit setzt das Papier seinen positiven Trend fort, der seit Jahresbeginn bereits zu einem Wertzuwachs von 19 % geführt hat.
Das Unternehmen gehört damit zu den stärksten Titeln im europäischen Bankensektor und profitiert von einem freundlichen Marktumfeld, das heute auch durch positive Signale aus den USA und dem asiatischen Raum gestützt wurde.
Abseits der harten Finanzdaten konnte das Institut auch im Bereich des Marketing-Auftritts punkten. Beim 27. SDV Award in Zürich wurde die UBS für eine Kampagne zur haptischen Gestaltung ihrer Kreditkarten ausgezeichnet. Solche Auszeichnungen unterstreichen das Bestreben des Hauses, trotz der laufenden Mammut-Integration der Credit Suisse die Kundenbindung im Kerngeschäft nicht zu vernachlässigen.
Während die operativen Zahlen für das dritte Quartal erst Ende Oktober veröffentlicht werden, bleibt die politische Entscheidung am Montag der nächste entscheidende Termin für die langfristige Bewertung der Bank.
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