Die Debatte über die künftigen Kapitalanforderungen für die UBS geht in eine weitere Verhandlungsrunde. Nachdem eine Gruppe von Parlamentariern im Vorfeld gefordert hatte, das Reformpaket zur Überarbeitung an den Bundesrat zurückzuweisen, verschob der Ständerat die Abstimmung über den Kompromiss auf die kommende Woche. An den Märkten sorgt die anhaltende Hängepartie für Zurückhaltung: Im heutigen Handel verliert das Papier der Großbank 0,9 Prozent auf 43,71 Euro.
Ringen um Entlastungen bei den Kapitalpuffern
Im Zentrum der parlamentarischen Auseinandersetzung stehen die Konsequenzen aus der Notübernahme der Credit Suisse und die Frage, wie streng die Eigenmittelvorschriften für das fusionierte Institut ausfallen müssen. Wie Reuters berichtete, sprach sich eine Gruppe von Ratsmitgliedern dafür aus, die neuen Vorgaben noch einmal grundsätzlich durch die Regierung überarbeiten zu lassen.
Gleichzeitig steht ein alternativer Lösungsansatz zur Diskussion, der der Bank den Rückgriff auf sogenannte AT1-Anleihen zur Erfüllung der Quoten erleichtern würde. Nach Einschätzung von Investoren könnte eine solche Regelung dem Institut jährliche Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe bei den Finanzierungskosten sichern.
Die Ausgestaltung der Kapitalanforderungen gilt als zentraler Faktor für die künftige internationale Wettbewerbsfähigkeit des Instituts, weshalb die Verhandlungen von Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt werden.
Anpassungen im operativen Portfolio
Parallel zur politischen Debatte setzt die UBS operative Bereinigungen um. In China zieht das Institut Konsequenzen aus dem schwierigen Marktumfeld: Das dortige Fondsvertriebsgeschäft wird Ende September eingestellt. Die im Jahr 2022 in Shenzhen gestartete Vertriebseinheit konnte sich im intensiven Wettbewerb nicht mit ausreichenden Kundengeldern durchsetzen.
Zusätzlich optimiert der Konzern seine Kapitalstruktur. Vor gut einer Woche schloss das Institut ein umfassendes Rückkaufprogramm für ausstehende Anleihen ab, bei dem Papiere mit einem Gesamtnennbetrag von über 7,9 Milliarden Dollar angedient wurden. Die Transaktion diente der aktiven Steuerung der Verbindlichkeiten im veränderten Zinsumfeld.
Zuversichtliche Einstufung der Analysten
Trotz der offenen regulatorischen Weichenstellungen in der Schweiz trauen Branchenbeobachter der Bank weiteres Potenzial zu. Am 8. September hob das Analysehaus JPMorgan das Kursziel für die UBS auf 50 CHF an und bestätigte das Votum „Overweight“. Die Experten führten den Titel zudem weiterhin in ihrer Auswahlliste europäischer Bankaktien.
Die Kursentwicklung spiegelt die bisherige Stärke des Instituts im Jahresverlauf wider. Mit einem Zuwachs von 9,9 Prozent seit Jahresanfang behauptet sich der Titel in der Gewinnzone, wenngleich die anstehende Ratsentscheidung in Bern den weiteren Takt für die Aktie mitbestimmen wird.
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