Während der heimische Immobilienmarkt in der Schweiz zunehmend an seine Grenzen stößt, verlagert die UBS ihre Wachstumshoffnungen verstärkt nach Nordamerika. Der am heutigen Donnerstag veröffentlichte „Real Estate Focus 2026“ der Großbank offenbart einen stark angespannten Schweizer Wohnungsmarkt, der das inländische Kreditgeschäft perspektivisch dämpfen könnte. An der Börse reagieren Anleger auf das aktuelle Marktumfeld verhalten: Der Titel gibt heute um 2,24 Prozent auf 32,31 Euro nach.
Heimmarkt am Anschlag
Die hauseigene Studie der UBS zeigt deutlich, wie exklusiv Wohneigentum in der Schweiz geworden ist. Für einen Haushalt mit durchschnittlichem Einkommen ist eine Standard-Eigentumswohnung nur noch in 17 Prozent der Gemeinden finanzierbar. Obwohl die laufenden Kosten für Eigentümer dank niedriger Zinsen rund ein Viertel unter vergleichbaren Mieten liegen, wächst die Schere zwischen Kaufpreisen und Einkommen unaufhaltsam.
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Nach einem Preisanstieg von 4,8 Prozent im vergangenen Jahr rechnen die Experten für 2026 mit einem weiteren Plus von 3,5 Prozent bei Eigentumswohnungen. Auch am Mietmarkt zeichnet sich bei steigenden Angebotsmieten und sinkenden Leerständen keine Entspannung ab. Gleichzeitig steht der Büro- und Detailhandelsmarkt unter strukturellem Druck, was den Spielraum für Mietzinserhöhungen in diesem Segment stark einschränkt.
Neue Lizenz öffnet US-Markt
Um die absehbare Stagnation im heimischen Markt zu kompensieren, forciert das Management das Geschäft in den Vereinigten Staaten. Erst in der vergangenen Woche erhielt die UBS die Genehmigung der US-Aufsichtsbehörde OCC, ihre Industriebank in eine national gecharterte Bank umzuwandeln.
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Als erste Schweizer Bank mit diesem Status darf das Institut künftig sein Dienstleistungsspektrum massiv ausweiten. Neben dem traditionellen Fokus auf extrem wohlhabende Kunden können nun auch reguläre Giro- und Sparkonten angeboten werden. Mit verwalteten Vermögen von 2,3 Billionen US-Dollar sind die Amerikas bereits jetzt die wichtigste Region für das Wealth Management der Schweizer. Die neue Lizenz ermöglicht es der Bank, tiefer in den lukrativen US-Retailmarkt einzudringen.
Blick auf den April
Nach dem Abschluss der komplexesten Phase der Credit-Suisse-Integration rückt nun die operative Profitabilität in den Vordergrund. Am 29. April 2026 wird das Management die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Investoren werden dabei genau prüfen, ob das ambitionierte Ziel, bis Ende 2026 rund 13,5 Milliarden US-Dollar an Kosten einzusparen, im Zeitplan liegt. Angesichts eines Kursverlusts von knapp 20 Prozent seit Jahresanfang muss die Bank Ende April handfeste Fortschritte bei der Integration und dem US-Wachstum präsentieren, um das Vertrauen der Aktionäre nachhaltig zu stärken.
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