Am 15. April versammelt sich die UBS in der Basler St. Jakobshalle – und die Traktandenliste hat es in sich. Führungswechsel im Verwaltungsrat, eine erhöhte Dividende und ein Milliarden-Rückkaufprogramm treffen auf eine Aktie, die seit Jahresbeginn rund 20 Prozent verloren hat.
Neue Köpfe, klare Signale
Drei bisherige Verwaltungsräte treten nicht mehr an. Neu zur Wahl stehen unter anderem Agustín Carstens, ehemaliger Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sowie Luca Maestri, langjähriger CFO von Apple. Carstens bringt regulatorisches Gewicht in einer Phase, in der genau das zählt. Maestri steht für Erfahrung in Kapitalallokation – was angesichts des beantragten Aktienrückkaufprogramms von drei Milliarden Dollar für 2026 kein Zufall sein dürfte.
Die vorgeschlagene Bardividende von 1,10 US-Dollar je Aktie liegt spürbar über dem Vorjahreswert von 0,87 Schweizer Franken. Zusammen mit dem Rückkaufprogramm sendet das Management ein klares Signal: Das eigene Papier gilt intern als unterbewertet.
CS-Integration: Zielgerade erreicht
Parallel zur GV-Vorbereitung meldete UBS einen operativen Meilenstein. Die Migration aller ehemaligen Credit-Suisse-Kunden auf die UBS-Plattform ist abgeschlossen – rund 1,2 Millionen Kunden weltweit. CEO Sergio Ermotti bezeichnete den Prozess als eine der komplexesten Integrationen in der Geschichte des Bankwesens. Über 80.000 Tests und mehr als 132.000 Schulungsstunden stehen dahinter.
Bis Ende 2026 soll auch die alte IT-Infrastruktur abgeschaltet sein. Die Bank tritt damit in die letzte Integrationsphase ein.
Regulatorischer Gegenwind bleibt
Das strukturelle Risiko lässt sich nicht wegdiskutieren. Die Schweizer Regierung plant eine vollständige Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften – mit geschätzten Mehrkosten von 23 Milliarden Dollar. UBS nennt das Vorhaben selbst „extrem“ und hält die mittelfristigen Finanzziele vorerst aufrecht, da das neue Regelwerk frühestens 2027 greifen dürfte. CFO Todd Tuckner stellte für die kommenden Wochen mehr Klarheit in Aussicht.
Nur zwei Wochen nach der Hauptversammlung, am 29. April, legt UBS die Quartalszahlen für Q1 2026 vor. Das Ergebnis wird zeigen, wie belastbar die operative Basis nach dem Abschluss der CS-Integration tatsächlich ist – und ob die Aktie ihren Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 41,10 Euro schrittweise wieder aufholen kann.
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